So darf es nicht weitergehen

Zum zweiten Mal hat die Stadt auf Bitte aus Arnsberg innerhalb von 24 Stunden ein provisorisches Aufnahmelager für Flüchtlinge errichtet. Dafür gebührt der Stadt und ihren Mitarbeitern Lob und Respekt. Die Stadt und andere betroffenen Kommunen sollten derartige Spontanaktionen jedoch zum Anlass nehmen, beim Land Alarm zu schlagen.

Bei allem Verständnis für die Unterbringungsnöte: Was die Bezirksregierung den Städten aufbürdet, ist eine Zumutung. Die Asylbewerberzahlen steigen nicht erst seit gestern. Offenbar ist es im Land versäumt worden, rechtzeitig Weichen für neue Erstaufnahmelager zu stellen. Die Folgen müssen die Kommunen ausbaden.

Doch auch die Stadt muss sich Kritik gefallen lassen. Die Begründung, warum die Görresschule nicht schon 2014 als Unterkunft herangezogen wurde, kann nicht überzeugen. Und vor allem: In der Informationspolitik gibt es Lücken, die auch durch den Zeitdruck nicht zu rechtfertigen sind. Hier muss die Stadt ansetzen, um die bisher in Herne spürbare Bereitschaft zur Aufnahme und Unterstützung von Flüchtlingen nicht zu gefährden.