„Situation spitzt sich zu“

Hernes Sozialdezernent schlägt Alarm. „Die Situation spitzt sich zu“, sagte Johannes Chudziak zur WAZ. 2015 müsse man mit einer Zunahme der Flüchtlingszahlen um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr rechnen – auf etwa 500 Personen. „Wir werden wohl mit den im Haushalt eingeplanten Mitteln für 2015 nicht hinkommen“, so Chudziak.

Experten aus dem Fachbereich Soziales beraten derzeit intensiv über die Frage, wo all die Menschen untergebracht werden können. „Diese Aufgabe hat erste Priorität.“ Chudziak geht davon aus, zum 1. Februar die Mietverträge für weitere Mehrfamilienhäuser zu unterschreiben. Diese böten 45 Flüchtlingen Platz und befänden sich in Herne-Mitte.

Das Haus an der Gneisenaustraße, in das nun drei Familien zogen, ist die vierte Unterkunft im Stadtgebiet. Es gibt bereits Wohnraum am Zechenring, an der Buschkamp- sowie an der Dorstener Straße. Das Haus an der Gneisenaustraße wurde der Stadt vom Vermieter angeboten. Nicht nur die Flüchtlinge, auch der Eigentümer profitiert von der Vermietung: Dem Vernehmen nach lebt er in Norddeutschland, durch das Arrangement mit der Stadt bekommt er die Miete garantiert pünktlich aufs Konto. Ein Sozialarbeiter betreut die drei Familien.