Sieben Herner Schüler machten beim Vorlesewettbewerb mit

Joel Schreiber gehörte zu den Sechstklässlern, die beim Vorlesewettbewerb mitmachten.      FUNKE Foto Services
Joel Schreiber gehörte zu den Sechstklässlern, die beim Vorlesewettbewerb mitmachten. FUNKE Foto Services
Foto: Bodemer
Leandra Zenker konnte die Jury beim Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs überzeugen, den der Buchhandel jährlich ausschreibt.

Herne..  Wo sonst Autoren wie Sascha Arango, Henning Beck oder - demnächst - Lutz Seiler aus ihren Büchern lesen, nahmen gestern Kinder Platz. In der Alten Druckerei an der Bebelstraße stellten sie zwar keine eigenen Geschichten vor, aber sie traten für den Gewinn des Vorlesewettbewerbs an, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1959 jedes Jahr ausschreibt. Gewonnen hatten die Kinder schon einmal - den ersten Platz als bester Vorleser oder beste Vorleserin der jeweils 6. Klasse ihrer Herner Schule. Nun ging es gestern um den Sieg auf Stadtebene.

Sieben Kinder, das achte musste absagen, hatten Texte aus ganz unterschiedlichen Büchern ausgesucht - von „Hexen hexen“ (Roald Dahl) über „Biss zum Morgengrauen“ (Stefanie Meyer) bis Karo Karotte und der Club der starken Mädchen“ (Christian Bieniek). So unterschiedlich die Texte, so unterschiedlich der Vortrag der Kinder, die in dem großen Sessel und hinter dem ausladenden Tisch in der Alten Druckerei aber fast versanken. Etwas mehr Atmosphäre, Heizungswärme und Licht hätten der Veranstaltung gut getan - und vielleicht der Einsatz von Mikrofonen, denn so waren die jungen Stimmen in dem Raum doch recht schlecht zu verstehen.

Begleitet von den Eltern, Geschwistern oder Freunden, die sich in den Stuhlreihen etwas verloren, warteten die Sieben auf ihren Einsatz und hörten bis dahin ihren „Konkurrenten“ aufmerksam zu. Die einen legten das Buch auf den Tisch, die anderen hielten es in der Hand oder stützten es auf dem Schoß ab. Etwas aufgeregt und nervös waren sie alle - nur Leandra Zenker vom Otto-Hahn-Gymnasium blieb bei ihrer witzig-frechen Geschichte von „Karo Karotte“ weitgehend entspannt und riskierte beim Umblättern der Seiten auch schon mal ein kurzes Schmunzeln in Richtung Zuhörer. Sie war es schließlich auch, die die Jury am meisten überzeugen konnte - obwohl sie beim Lesen des Fremdtextes, den es auch noch zu bewältigen galt, etwas Pech hatte: Sie erwischte eine Seite mit einem trockenen Bericht, der dem Vorlesenden nicht viel Spiel ließ, so die Jury. Deshalb habe man sich entschlossen, berichtet Jury-Mitglied Inga Husemann von der Buchhandlung Koethers & Röttsches, den selbst ausgewählten Text stärker zu berücksichtigen, und da hatte Leandra etwas mehr überzeugt als Jannik Hunger vom Gymnasium Wanne. „Es war eine knappe Entscheidung“, sagt Husemann. Leandra Zenker wird als nächstes beim Lesewettbewerb auf Bezirksebene antreten.