Sie sagt: Ich bin keine Diebin
29.06.2012 | 17:06 Uhr 2012-06-29T17:06:00+0200
Herne. Einer Hernerin droht eine Anklage wegen Taschendiebstahl. Eine Fremde habe sich mit ihrem gestohlenen Ausweis erwischen lassen, so die Angestellte. Eine skurrile Geschichte.
Barbara Funke ist 45 Jahre alt, kaufmännische Angestellte und sieht sich als rechtschaffene Bürgerin. Nun wird der Hernerin ein Diebstahl zur Last gelegt – den sie nach eigener Aussage gar nicht begangen hat.
Und so schildert Barbara Funke den Vorfall: Als ihr am 7. April in einem Herner Schuhgeschäft ihre Handtasche gestohlen wird, geht sie unverzüglich zur Polizei, um dies anzuzeigen. Auf dem Weg zurück zum Auto hat sie zunächst Glück im Unglück - der Dieb hat die Tasche geleert und gut sichtbar auf einem Mülleimer platziert. Doch eine Woche später war eine Vorladung zur Polizei in der Post. Nur einen Tag zuvor, so Funke, habe ihr ein fremder Mann ihren Personalausweis zurückgebracht, den dessen Frau gefunden habe. Auf der Polizeistation klärte sich dann auf, was gegen Funke vorgebracht wurde: Taschendiebstahl. Der Hintergrund zu dieser Anschuldigung klingt skurril: Kurz nachdem ihre Handtasche verschwand, wurde eine weitere Frau in einem Supermarkt in Herne-Mitte um ihre Tasche erleichtert. Die Frau rief laut um Hilfe, so dass Passanten die Täterin festhalten und die Polizei alarmieren konnten. Die Polizisten nahmen die Personalien der Diebin auf – diese präsentierte den Ausweis von Barbara Funke.
Fingerabdrücke genommen
Barbara Funke bestreitet, diese Taschendiebin zu sein. Sie sei Opfer, nicht Täterin, eine andere Frau habe die Tat begangen und der Polizei ihren gestohlenen Ausweis vorgelegt. Um die Verwechslung aufzuklären, unterzog sie sich bei der Polizei einer erkennungsdienstlichen Behandlung, berichtet sie. Sie wurde mehrfach fotografiert, ihre Fingerabdrücke wurden genommen. Das Ergebnis: Das Opfer im Supermarkt konnte Funke nicht eindeutig als Täterin identifizieren, und die zwei Polizisten, die die Festnahme durchgeführt hatten, waren sich uneinig. Einer der beiden, so Funkes Anwältin Nicola Skoberne, habe jedoch geschworen, in Funke die selbe Frau zu erkennen, die er mit seinem Partner festgenommen hatte.
Für den ermittelnden Kommissar sei damit das Urteil klar gewesen: Funke müsse die Schuldige sein. Diese fühlte sich nun unfair behandelt und beauftragte die Rechtsanwältin Skoberne. „Die Ermittlungen sind mit der Zeugenaussage des Polizisten beendet“, sagt die Anwältin gegenüber der WAZ, „was nun aus der Sache wird, liegt allein in der Hand des Staatsanwaltes. Es könnte Anklage erhoben werden oder ein Strafbefehl ergehen.“ Unter Umständen könnte die ganze Sache aber auch nicht weiter verfolgt werden.
Hoffnung auf Alibi
Momentan wartet Barbara Funke auf die Bestätigung eines Alibis durch ihren Mobilfunkanbieter, so ihre Anwältin weiter. Zur Zeit des Diebstahls der zweiten Handtasche habe Funke nämlich ihr ebenfalls gestohlenes Mobiltelefon sperren lassen. Sie habe also gar nicht die Möglichkeit gehabt, die Straftat zu begehen. Auf diesem Argument soll auch die Stellungnahme Funkes basieren, die sie bei der Staatsanwaltschaft einreichen will.
Sie suche nach dem Mann, der ihr den Personalausweis zurück gebracht habe, sagt Barbara Funke. Als Zeuge könne er ein wichtiges Element der Verteidigung sein.
Kontakt kann der von Funke gesuchte Mann über die WAZ-Herne aufnehmen (Markgrafenstraße 1, HER 95 26 31, Mail: redaktion.herne@waz.de).
Die Polizei hält sich bedeckt: Er könne nur bestätigen, dass sich die Tat ereignet habe, so Pressesprecher Volker Schütte. Barbara Funkes Anschuldigungen beruhten auf ihrer subjektiven Wahrnehmung.
21:15
Für den ermittelnden Kommissar sei damit das Urteil klar gewesen, fertig , ein menschenleben vernichtet , erstmal mal ein kaffee trinken, ich könnt so ko.....