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Sicherer Arbeitsplatz steht ganz obenan

06.07.2009 | 18:19 Uhr
Sicherer Arbeitsplatz steht ganz obenan

"Wie muss ein gutes Leben aussehen?” Das wollte die IG Metall bundesweit von Beschäftigten wissen und startete von April bis Ende Juni eine große Kampagne. 451 899 Fragebögen kamen zurück.

In Herne wurden in 20 Betrieben, Verwaltungen und bei Straßenbefragungen 4500 Fragebögen verteilt. Knapp 83 Prozent wurden beantwortet.

"So eine große Resonanz gab es noch nie. Das zeigt, wie wichtig den Menschen dieses Thema ist”, sagt Eva-Maria Kerkemeier. Die Antworten überraschten die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Herne nicht wirklich, eher schon hier und da die hohen Prozentzahlen, mit denen die Befragten bestimmte Lebensperspektiven hervorhoben.

Info
3721 Euro für die Oase

Für jeden beantworteten Fragebogen, der in der IG Metall-Zentrale in Frankfurt einging, erhält die Verwaltungsstelle vor Ort einen Euro (Herne: 3721 €).

Die Summe wird an die „Oase” weitergeleitet. Diese kümmert sich in Herne und Wanne u.a. darum, dass Kinder zweimal in der Woche eine warme Mahlzeit bekommen und sie eine Hausarbeitsbetreuung erhalten.

Die Auswertung aller Fragebögen liegt noch nicht vor, dafür aber exemplarisch die Auswertung von drei Betrieben (BT Magnet-Technolgie, Flender, Schwing). „Die allgemeine Tendenz ist aber die gleiche wie in den drei Betrieben”, sagt Kerkemeier.

Und da liegen die Herner Zahlen fast durchgehend über dem Bundesdurchschnitt. Beispielhaft verweist sie auf die Ergebnisse bei BT Magnet-Technologie. Hier sei für 93,2 Prozent (bundesweit 89,1) der sichere Arbeitsplatz wichtig. 87,2 Prozent (79,7) legen großen Wert darauf, abgesichert zu sein, um die Zukunft planen zu können. 74,4 Prozent (64,5) meinen, dass in ihrem Betrieb vom Management mehr getan werden müsse, um die Arbeitsplätze zu sichern. 86,3 Prozent (83,1) ist wichtig, mit dem Einkommen gut leben zu können. 80,3 Prozent (78,1) sprechen sich für Mindestlöhne aus. 85,5 Prozent (83,3) wünschen sich, mit der Rente gut auskommen zu können. 83,8 Prozent (80,9) fordern, die Rente mit 67 zurückzunehmen. Und 84,6 Prozent (77,1) wünschen sich genügend Zeit für Familie und Privates. 82,1 Prozent (75,3) wünschen sich, die Freiheit zu haben, ihr Leben so zu führen wie sie es gerne möchten.

„Dass der sichere Arbeitsplatz ganz weit oben stehen würde, verwundert nicht. Doch auch in Betrieben, in denen Arbeitsplatzabbau droht, wird die Zukunft der Jugend nicht aus dem Blick verloren”, erklärt Eva-Maria Kerkemeier. 72,6 Prozent (69,6 bundesweit) der Befragten bei BT Magnet-Technologie sei wichtig, dass die Bildungschancen gerecht verteilt werden. 81,2 Prozent (74,4) fordern, Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen, damit alle Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung machen können.

Die Befragung – so Eva-Maria Kerkemeier – sei kein Selbstzweck. Die IG Metall werde „mit den Ergebnissen die Herner Bundestagskandidaten konfrontieren und sie fragen, wie sie auf ein so deutliches Signal reagieren wollen”.

Dietmar Mauer

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Kommentare
08.07.2009
16:34
Sicherer Arbeitsplatz steht ganz obenan
von ulrichbahro | #2

Da sieht man/frau es einmal wieder!
Wie oft fordern die politisch und wirtschaftlich Herschenden von den abhängig Beschäftigten, sie sollten ihr Anspruchsdenken zurück schrauben. Wir leben ja schließlich im Zeitalter der Globalisierung.
Nun, die bisherige Auswertung der Fragebögen zeigt deutlich, welche GERINGEN Ansprüche die
Menschen eigentlich stellen: sichere Arbeitsplätze,
lebenswerte Einkommen, Zeit für die Familie, erlebbares Renteneintrittsalter, um nur einige zu nennen. Das sind doch nun warlich keine Ansprüche, die diese Gesellschaft in ihren Säulen zum Wanken bringen. Kein Wort von Umverteilung oder gar einer anderen Gesellschaftsordnung finden sich in den beantworteten Fragebögen wider. Und dennoch, selbst diese einfachen aufgeführten Ansprüche will man den arbeitenden und erwerbslosen Menschen verwehren. Das fordert zum gewerkschaftlichen Handeln heraus. Von der Ergebniskonfrontation mit den Hernern Reichstagskandidaten erwarte ich allerdings sehr sehr wenig. Sie werden entweder die Position der Wackel-Dackel einnehmen oder mit einem konsequenten sowohl- als- auch reagieren.
Für die Durchsetzung unserer Ansprüche müssen wir uns selber kümmern.

07.07.2009
16:01
Sicherer Arbeitsplatz steht ganz obenan
von uli | #1

Die Befragung war sehr wichtig für die Gewerkschaft. Die Antworten sind auch vor der Befragung nicht bekannt gewesen. Sorgt lieber dafür, das wir im KFZ-Handwerk solide Tarifverträge und gute Gehälter bekommen. Was sagen den andere Mitglieder zu dieser Vergeudung von der Arbeitszeit.

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