Senioren-Olympiade in Herne mit Rollator und Rollstuhl

Aktiv bei der Senioren-Olympiade: Teilnehmerin Angelika Michels  und ihre Begleiterin Bühnemann.
Aktiv bei der Senioren-Olympiade: Teilnehmerin Angelika Michels und ihre Begleiterin Bühnemann.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Slalom mit Rollator oder Rollstuhl: Das Else-Drenseck-Seniorenzentrum in Herne richtete am Samstag eine Senioren-Olympiade aus.

Herne..  Sport und Spaß dabei: Allein diese Kombination erscheint manchem schon unerreichbar. Und besonders im fortgeschrittenen Alter rückt der Traum vom gesund-beweglichen Lebensstil oft in weite Ferne. Nicht so bei der „Senioren-Olympiade“ in Börnig. Ausreden wie „Ich hab’ Rücken“ zählten am Samstag nicht. Im Gegenteil: Mit bestimmten Übungen wurde gezielt gegen die gesundheitlichen Probleme angearbeitet.

Auf dem Gelände des Else-Drenseck-Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) absolvierten die Teilnehmer den Parcours in drei Disziplinen, beginnend mit einer Slalomstrecke über ebenen und unebenen Boden, was sich als hindernisreich erwies, waren die Teilnehmer doch allesamt mit dem Rollator oder Rollstuhl unterwegs.

War diese Hürde geschafft, ging es ans Werfen. Für einen Treffer in die Mitte gab es die volle Punktzahl. Danach war der Bewegungsparcours an der Reihe: An den seit Jahren fest installierten Geräten wurden Beweglichkeit von Armen, Beinen, Schultern und Rumpf auf die Probe gestellt, ebenso wie Augen-Hand-Koordination und Ausdauer.

Koordinierte Bewegungen

Dabei ging es jedoch nicht nur darum, möglichst viele Punkte zu sammeln, sondern auch um eine bewusste und koordinierte Art der Bewegung. So erklärt Petra Thiele vom Baukauer Turnclub, die die Senioren bei ihren Übungen anleitet: „Im Alltag hält man sich oft gebückt, egal ob beim Lesen oder Kartoffelschälen.“ Das Gerät für die Schultern, bei dem die Olympioniken mit den Armen kreisende Bewegungen nach außen hin vollziehen, sei also da, um sich aufzurichten und zu öffnen. Petra Thiele findet die Aktion wichtig: „Ich bin immer wieder begeistert, wie gut alles funktioniert und wie viel Spaß auch die Senioren dabei haben, sich an der frischen Luft zu bewegen.“

Ähnlich erging es Herbert Unterhaus. Der 78-Jährige trainiert jeden Tag am Bewegungsparcours. Nicht verwunderlich, dass er nun eine Goldmedaille erhalten hat. „Ich bin einfach voller Engagement dabei“, strahlt er stolz. Besonders die Geräte für eine lockere Beinbewegung seien für den Rollstuhlfahrer vorteilhaft.

Gewonnen haben zum Schluss aber – alle. Schließlich war der größte Teil der Teilnehmer über 80 Jahre alt. Eine wahre Herausforderung also, deren Annahme sich am Ende durch in Form von Medaillen bezahlt machte. „We are the Champions“, tönte es abschließend aus den Kehlen der Sportlerinnen und Sportler über das Awo-Gelände.

Heike Strauß, Leiterin des Seniorenzentrums, möchte die Veranstaltung nicht missen. „In Zukunft wollen wir den Parcours mit noch mehr Stationen weiter ausbauen“, kündigt sie an. Dann sollen auch ängstlichere Senioren die Gelegenheit wahrnehmen, an der Olympiade teilzunehmen.

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