Seife und Papierhandtücher für alle Klassen
11.08.2009 | 16:25 Uhr 2009-08-11T16:25:00+0200Für die Schuldezernentin war es eine gute Nachricht. „Ich bin ganz froh darüber, dass wir planmäßig starten”, sagte Gudrun Thierhoff gestern kurz nach Bekanntgabe des regulären Schulbeginns durch das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium.
Bekanntlich hatte es im Land Überlegungen gegeben, die Sommerferien wegen der „neuen Grippe” zu verlängern. Wäre das der Fall gewesen, „hätten wir auch überlegen müssen, ob wir Kindertagesstätten und Jugendfreizeiteinrichtungen nicht auch schließen müssen”, sagt die Dezernentin. Sie setzt nun, wie vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales nahegelegt, auf „eine verstärkte Beachtung von Hygienemaßnahmen”.
Näheres verraten die Ausführungen des Ministeriums, die über den Deutschen Städtetag Nordrhein-Westfalen gestern auch die Dezernentin erreichten. Darin empfiehlt Minister Karl-Josef Laumann, darauf zu achten, dass sich Kinder und Jugendliche regelmäßig die Hände waschen, und ihnen Waschbecken mit Seifenspendern und Einmalhandtüchern zur Verfügung zu stellen. Eltern, so heißt es weiter, solle geraten werden, Kinder mit Verdacht auf eine Grippe-Infektion vorsorglich zu Hause zu lassen.
Für Schulen und Kindertageseinrichtungen sind eigens Kopiervorlagen konzipiert worden. Neben einem Informationsblatt zur Neuen Influenza für Eltern mit typischen Anzeichen und Anweisungen finden sich in dem Paket Musterbriefe an Schüler und Eltern für den Fall, dass das Kind selbst oder ein anderes Kind in der Klasse Symptome zeigt. Enthalten sind Informationen zum richtigen Verhalten („Auf Körperkontakte wie Umarmen, Küssen, Händeschütteln usw. verzichten”) und Empfehlungen. So soll bei einer bestätigten Erkrankung ein Kind zehn Tage zu Hause bleiben, über 14-Jährige nur sieben Tage. Fünf weitere Seiten präparieren Schulleitungen für „häufig gestellte Fragen”.
Soweit zur zwischenmenschlichen Seite. Für eine hygienische Aufrüstung in den Schulen sorgt derweil das Team Gebäudereinigung innerhalb des Gebäudemanagement Herne (GMH). Einmalhandtücher sind das geringste Problem. „Wir liefern eh' seit Jahr und Tag Papierhandtücher aus”, erklärt Dirk Vogt als Teamleiter. Handtuchspender seien in allen Schultoiletten fest installiert, ebenso Seifenspender. Neu ins Auge gefasst hat das Team aus gegebenem Anlass dagegen die Ausstattung von Klassenräumen mit Seife und Handtüchern, bei 60 Schulen immerhin rund 1200 Klassen. „Die Spender bis Montag zu besorgen und anzubringen, hätten wir zeitlich nicht geschafft”, sagt Vogt. So wurden handelsübliche „mobile” Seifenspender geordert, die die Hausmeister in dieser Woche im Lager abholen sollen. Bei 2000 Halbliter-Flaschen bleibt eine Reserve für die 17 städtischen Kindertageseinrichtungen, die allerdings im Moment keinen Bedarf signalisiert hätten. Kosten der Anschaffung: 2000 Euro. Die Papierhandtücher für die Klassen nehmen die Schulen (ohne Spender) erst einmal aus ihrem Bestand. Was Schüler mit der Flüssigseife und dem Papier in den Klassen anzustellen vermögen, will Vogt sich lieber nicht vorstellen . . .
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