Sechster Comedy Abend in Herne wirft mit Pointen um sich

Engländer mit Charme: Don Clarke beim  Comedy Abend.
Engländer mit Charme: Don Clarke beim Comedy Abend.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Bei der Veranstaltung im Herner Kulturzentrum sorgte nach Rüdiger Hoffmann, Don Clarke, Ludger K und Daphne de Luxe „Wildes Holz“ für ein furioses Finale.

Herne..  Der sechste Herner Comedy Abend pfefferte mit Pointen um sich. Moderator Helmut Sanftenschneider hatte im Kulturzentrum mit Rüdiger Hoffmann („Hallo erstmal ...“) einen Comedian von Rang gewinnen können.

Herne ... immer wieder Herne. Die Stadt bekam sogleich ihr Fett weg. „London - Paris - Herne ...“ so sah Hoffmann in gewohnt sarkastischer Manier den Slogan quasi vor sich. Doch hatte Sanftenschneider da einen besseren Überblick. Er sprach von der „verkanntesten und verkehrssichersten Stadt Deutschlands“, um sogleich das schlechte Abschneiden in punkto Sportlichkeit als unwichtig abzutun.

Voller Bewunderung über den deutschen Fußball war der Comedian Don Clarke. „Ich dagegen mach’ seit zehn Jahren keinen Sport, weil ich festgestellt habe, man kann Pokale auch kaufen“, so der Brite. Der Saal tobte. Fazit: Laut Statistik würde Don Clarke also prima nach Herne passen!

Ludger K, Comedian aus Bochum beschwor die „gute alte Zeit“, als noch ein gewisser Herner Sänger (Jürgen Marcus) en vogue war, und begann zu singen, nicht ohne vorher festzulegen, wer im Saal welche Rolle in der ZDF-Hitparade übernehmen würde. Standard sei schließlich die Rose, die ihm eine junge Frau auf die Bühne bringe - und die er gentleman-like an eine betagten Dame im Publikum weiterschenke.

Eigentlicher Höhepunkt des Abends war eine Spaßmacherin der etwas beleibteren Sorte: Bei Daphne de Luxes Witzen wurde - auch zu ihrer eigenen sichtlichen Freude - laut gelacht. Mit positiver Lebenseinstellung („Meine Oma hat immer gesagt, dicke Kinder sind schwerer zu entführen“) und Nachhilfestunden in Sachen Frauen („Wir gehen doch nicht shoppen, weil wir etwas benötigen“) riss die Blondine das Publikum mit.

Organisator Helmut Sanftenschneider setzte den Schlagereinlagen handgemachte Musik von „Wildes Holz“ entgegen. Mit Kontrabass, Gitarre und (ja!) Blockflöte gab das Trio bekannte Hits von Kraftwerk, ACDC und Mozart. Das verlieh der Show den Flair einer Revue, denn Flötist Tobias Reisige lieferte mit seinen Trommeln und Flöten auch artistische Einlagen. Die anspruchsvolle Musik war auch eine Wohltat bei teilweise in Richtung Fäkalhumor sinkendem Niveau. Den größten Applaus gab es zum Schluss tatsächlich für die Musiker von Wildes Holz!