Sechs Comedians wollen im November „Tegtmeiers Erben“ werden

Drei von sechs Finalisten bei „Tegtmeiers Erben 2015“: |Friedemann Weise, Katie Freudenschuss  und Özcan Cosar.
Drei von sechs Finalisten bei „Tegtmeiers Erben 2015“: |Friedemann Weise, Katie Freudenschuss und Özcan Cosar.
Foto: Stadt Herne
Was wir bereits wissen
Sie kämpfen im Kulturzentrum um den Preis, der alle zwei Jahre an den großen Humoristen Jürgen von Manger erinnert. Martin Fromme ist auch dabei.

Herne..  Sechs Comedians laufen sich warm für einen Wettbewerb, der ihnen beim großen Durchbruch behilflich sein könnte: „Tegtmeiers Erben“, im Andenken an den großen Humoristen Jürgen von Manger, geht in die nächste Runde. Am 21. November wollen sich die sechs im Herner Kulturzentrum beim Finale messen. Die WAZ stellt sie schon einmal kurz vor.

Martin Fromme

In Wanne-Eickel zu Hause, ist Martin Fromme wohl vor Ort der bekannteste der sechs Finalisten. Deutschlands einziger „asymmetrischer Komiker“ hinterfragt ironisch Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen, und das gern provokativ. Fromme zwingt hinzuschauen, spricht laut aus, was wir nicht zu fragen wagen, wobei sein Witz zwischen bissig und brutal changiert. So kann Humor Berührungsängste abbauen.

Friedemann Weise

Friedemann Weise ist der selbsternannte geistige Führer der deutschen „Satiropopszene“, die er eigenmächtig erfunden hat. Meist täuscht er einen Singer/Songwriter-Auftritt an, um dann zur Freude seines Publikums in komische Geschichten abzutauchen. Seine eigene Lebensgeschichte als Thirty-Some-thing-Lebenskünstler dient ihm als Ausgangspunkt für schnoddrige Auslassungen über das Leben allgemein und Frauen im speziellen. Sein respektloser Stil macht auch vor ihm selbst nicht Halt.

Jan Philipp Zymny

2010 stellte sich Zymny ohne Workshop, Vorwissen oder Warnung auf eine Poetry-Slam-Bühne und nahm noch im selben Jahr an den Deutschsprachigen Meisterschaften teil. Sein Weg über die deutschen offenen Comedy– und Slam-Bühnen führte ihn dabei u.a. in den Admiralspalast in Berlin. Im Oktober 2013 gewann er den NightWash Talent Award, im November 2013 wurde er Deutschsprachiger Meister im Poetry Slam. Als seinen größten Erfolg wertet er allerdings, die Einladung zum RTL Comedy Grand Prix abgelehnt zu haben. Wenigen ist bekannt, dass er Türen als seine ältesten und ärgsten Feinde ansieht.

Katie Freudenschuss

Sängerin, Musikerin und „Sachensagerin“: Das ist Katie Freudenschuss aus Hamburg. Mit ihrem ersten Programm „Bis Hollywood is eh zu weit” steht die Halbösterreicherin mit Rest-Schmäh nach Kooperationen mit Künstlern aus Musik und Comedy nun erstmals alleine auf der Bühne, spielt Klavier, sagt Sachen und improvisiert nur zu gerne mit Zuschauern und Situationen. Präzise nimmt sie ihre Umwelt und sich selbst wahr, präsentiert schonungslos offen die gewonnenen Erkenntnisse oder sinniert darüber, was alles anders gekommen wäre, wenn sie aus Schweden käme.

Martin Zingsheim

Wäre Assoziations-Hopping olympisch, Martin Zingsheim könnte sich Hoffnung auf Medaillen machen. Im Sturm hat er die Kleinkunstszene erobert, zahlreiche Kabarettpreise eingeheimst und den Sprung ins Radio und Fernsehen geschafft. Die einen nennen es Kabarett oder Comedy, andere „in dem Alter eine Frechheit“. Jedenfalls zerfließen in seinem Fall „Genregrenzen wie Bürgerrechte in Simbabwe“. Zingsheim, das bedeutet laut Ankündigung kritische, innovative und gescheite Abendunterhaltung und eine „schwindelerregende, intellektuelle Achterbahnfahrt, die man so schnell nicht vergisst“.

Özcan Cosar

Als Stuttgarter, der seine Wurzeln im Bosporus hat, steht Özcan Cosar mit 33 Jahren mitten in seinem bunten, interkulturell geprägten Leben und lässt uns daran teilhaben: mit Beobachtungsgabe und Humor, mit Schauspiel und Tanz, mit Gesang und Gitarrenspiel, mit Spontanität und Kreativität. Er kommt als Schlitzohr daher, erzählt detail- und pointenreich. Cosar hat in den letzten Jahren mehrere Comedy-Wettbewerbe für sich entschieden. Er lebt, was er erzählt, schlüpft voll in seine Rolle, und wenn’s sein muss, mutiert er auch schon mal zur Amöbe oder Samenzelle. Dabei bleibt er immer lässig und spontan. „Eine gelungene, witzige Mischung“, versprechen die Veranstalter.