Sechs aus 160
25.08.2010 | 17:52 Uhr 2010-08-25T17:52:00+0200
Die Berufsfeuerwehr in Herne belegt im NRW-Vergleich eine Spitzenposition: Sechs von 160 Feuerwehrleuten sind Frauen.
Na ja, mag man da denken, dann liegt der Frauenanteil bei 3,75 Prozent. Nicht gerade hoch. Und das soll ein Spitzenwert sein?
„Prozentual gesehen ist es tatsächlich vergleichsweise viel“, so Brandamtsrat Ralf Radloff, verantwortlich für den Bereich Einsatz und Organisation Personal. Zum Vergleich: In der Stadt Bochum sind unter den insgesamt 330 Feuerwehrleuten nur zwei Frauen tätig. Damit liegt der Frauenanteil in Hernes Nachbarstadt bei gerade einmal 0,6 Prozent.
Dabei bemüht sich die Herner Berufsfeuerwehr gar nicht besonders darum, den Frauenanteil zu erhöhen. Dennoch steigt die Tendenz, auch bei den Bewerbungen. „Allerdings liegt der Anteil dort sicherlich noch immer bei unter zehn Prozent“, so Radloff.
Erst seit Oktober 2004 sind Frauen bei der Herner Feuerwehr im Dienst. Damals begann Brandmeisterin Ilka Kusper ihren Einsatz und bereitete so den Weg für ihre Kolleginnen Ina Kalkowski, Sarah Schulz, Katharina Timm, Susanna Lüsebrink und Sylvia Kläne.
„Die Auswahlverfahren sind für Männer und Frauen gleich“, betont Radloff, „schließlich geht es ja um Gleichberechtigung.“ Allerdings werde darauf geachtet, dass bei gleicher Eignung doch die Frauen bevorzugt würden. Die Voraussetzungen, die alle Feuerwehrleute erfüllen müssen, sind eine für die Feuerwehr förderliche Berufsausbildung, die gesundheitliche Eignung, die Erfüllung der Anforderungen in schriftlichen Tests sowie in praktischen Sport- und Schwimmtests. „Eine Bedingung, die auch männliche und weibliche Feuerwehrleute betrifft, ist die Körpergröße. Man muss zwischen 1,66 und 1,90 Meter groß sein, weil sonst die Schutzausrüstungen nicht passen“, so Radloff.
Angst, dass bei einem hohen Frauenanteil die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr abnehmen könnte, hält er für völlig unbegründet: „Zu diesem Thema gibt es zwar Studien amerikanischer Militärs, aber grundsätzlich sind dafür ja die Einstellungstests gedacht.“
Er erinnert daran, dass sowohl Frauen als auch Männer nach den gleichen Kriterien für die Berufsfeuerwehr ausgewählt werden. „Außerdem“, fügt er hinzu, „sind unsere Feuerwehrfrauen alle sehr jung und sportlich. Die kriegen das körperlich sehr gut hin. Da sehe ich keine Probleme.“
Von den Herner Feuerwehrfrauen sind vier im mittleren Dienst, eine im gehobenen Dienst und eine im höheren Dienst tätig. Allerdings muss man eines bei der Zahl von sechs Frauen unter 160 Feuerwehrleuten beachten: Tatsächlich sind momentan nur vier Feuerwehrfrauen im Einsatz. Brandmeisterin Ilka Kusper kümmert sich derzeit zu Hause in Haltern um ihre kleine Tochter Greta. Und Brandreferendarin Katharina Timm ist zwar eigentlich seit April in Herne im Dienst, im Rahmen ihres zweijährigen Referendariats kommt sie aber erst im Herbst 2011 für einen dreimonatigen Abschnitt in die Herner Wache.
09:48
Schade, das man die Frauen der Freiwilligen Feuerwehr mit keinem einzigen Wort erwähnt...