Scouts auf Talentsuche
31.08.2009 | 20:10 Uhr 2009-08-31T20:10:00+0200
Junge Leute werben in Schulen für Teilnahme an Europäischer Jugendkunstausstellung.
Bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010 dauert es zwar noch vier Monate, aber in vielen Bereichen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Höchste Zeit wird es auch für junge Leute aus Herne, die sich an der Europäischen Jugenkunstausstellung beteiligen möchten - ein Projekt, das die Stadt Herne gemeinsam mit Essen und Bochum organisiert. Und, als Besonderheit, jede Stadt auch noch einmal mit ausgewählten europäischen Partnerstädten, die Stadt Herne gemeinsam mit Konin.
Um noch einmal Schwung in die Aktion zu bringen, besuchen bis zum Schluss der Bewerbungsfrist Ende September jetzt zwei junge Scouts die Schulen und stellen das Projekt vor. Denn die Resonanz, so Kulturdezernentin Gudrun Thierhoff, war bis jetzt sehr verhalten. Im Gegensatz zu Essen, wo die Idee zu der Aktion geboren wurde und auch seit Jahren mit Erfolg umgesetzt wird.
Junge Leute im Alter von 14 bis 23 Jahren können bis zu fünf künstlerische Arbeiten einreichen - egal ob Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Plastik, Video oder Computergrafik. Eine Jury wird aus den Arbeiten dann eine ganze Anzahl auswählen, die jeweils drei Wochen lang in den Teilnehmerstädten gezeigt wird: vom 22. Januar 2010 bis zum 14. Februar in Essen, vom 8. bis zum 29. Mai in Herne und vom 4. bis zum 27. Juni in Bochum. Und zwar nicht irgendwo, sondern an renommierten Kunstorten: auf der Zeche Zollverein in Essen, in den Flottmann-Hallen in Herne und in der Turbinenhalle in Bochum.
„An diesen Orten ausstellen zu können, ist schon etwas Besonderes”, erklärt Jutta Laurinat, Ausstellungsleiterin der Flottmann-Hallen. Und damit nicht genug: Begleitend erscheint ein umfangreicher Ausstellungskatalog, der jeden ausgewählten Teilnehmer und dessen Arbeiten berücksichtigt. So ein Katalog ist das Sahnehäubchen einer jeden Ausstellung - und häufig ein Türöffner für Weiteres.
„Ich wäre sehr froh gewesen, wenn zu meiner Zeit jemand an der Schule vorbeikommen wäre und solch ein Angebot vorgestellt hätte”, sagt Pierre Cournoyer, ehemaliger Erich-Fried-Gesamtschüler und heutiger Student der Theaterwissenschaften. Gemeinsam mit der Wanne-Eickelerin Julia Praschma will er als „Scout” in den nächsten drei bis vier Wochen den jungen Hernern einen Weg zur Europäischen Jugendkunstausstellung weisen. Julia Praschma hat übrigens ihren Impuls, an der Folkwang-Hochschule in Essen zu studieren, durch ein ähnliches Projekt bekommen, nämlich die Teilnahme an „Space-Lab”, das ihr damaliger Kunstlehrer seinen Schülern nahe legte.
„Bei den jungen Leuten ist ein ungeheuer kreatives Potenzial vorhanden”, ist sich Kulturdezernentin Gudrun Thierhoff ebenso sicher wie die beiden Scouts. Es müssten jetzt auch nicht auf Teufel komm raus neue Arbeiten eigens für die Ausstellung fertig gemacht werden: „Es ist sicher schon eine ganze Menge vorhanden, was ausstellenswert ist”, so Thierhoff.
Auch wenn die Ausstellung von Essen nach Herne und Bochum „wandert”, so wird sie doch immer wieder anders aussehen: Zum einen durch die unterschiedlichen Ausstellungsorte, zum anderen durch die Arbeiten aus den europäischen Partnerstädten, die jweils nur in ihren deutschen Partnerstädten zu sehen sind - Konin also nur in Herne, Oviedo (Spanien) nur in Bochum und Tampere (Finnland) nur in Essen. Und weil das Kulturhauptstadtjahr Anstöße zu nachhaltigen Projekten geben möchte, ist auch für Herne geplant, in den nächsten Jahren weitere Europäische Jugendkunstausstellungen zu zeigen - möglichst mit weiteren Partnern aus dem Ruhrgebiet und der EU.
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