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Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte

28.07.2010 | 18:22 Uhr
Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte
Das Recycling-Unternehmen Kost steht nicht nur wegen der Geruchsbelästigung in der Kritik: Im Umfeld der Firma wurden auch überhöhte Schadstoffwerte gemessen. Foto: Ute Gabriel

Bochum/Herne.Ein Gutachten zeigt: Im Umfeld der Recycling-Firma Kost in Herne wurden Grenzwerte für Arsen, Blei und Cadmium überschritten. Die Bezirksregierung Arnsberg sieht keinen Handlungsbedarf.

Die Anwohner des Recyclingunternehmens Kost leiden nicht nur unter Geruchsbelästigungen: Ein Gutachten der Bezirksregierung zeigt auf, dass im Umfeld der Firma auch Schadstoffe freigesetzt werden. Mehrfach wurde dabei die erlaubte Menge an Schwermetallen überschritten. Die Daten, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Behörde, seien aber „nicht dramatisch“. Und: Es bestehe „kein akuter Handlungsbedarf“.

Sowohl die Staub-Niederschläge als auch die freigesetzten Schwermetalle lagen im Jahresmittel unter den Richtwerten, so das Gutachten für 2009. Dennoch gibt es Ausreißer, die den Anwohnern in Riemke und dem Herner Süden kaum gefallen dürften. So überschritt die Blei-Belastung im Juli an einer Messstelle („Kost/Flender, West“) beispielsweise den Mittelwert um das Neunfache. Weitere Überschreitungen gibt es an dieser Messstelle etwa für Arsen, an einer anderen Station („Grenze Kost/Flender, Ost“) für Nickel, an einer weiteren Stelle („Veimannstraße“) unter anderem für Blei und Cadmium.

Ursachen seien nicht nachvollziehbar, heißt es im Bericht der Bezirksregierung

Die Ursachen für diese hohen Werte, heißt es in dem Jahresbericht der Bezirksregierung, seien „nicht nachvollziehbar“. Und weiter: „Insgesamt bestehen Zweifel, ob die Einträge durch eine Übertragung auf dem ,Luftweg’ erfolgte.“ Für die Belastung am Messpunkt „Kost/Flender West“ seien etwa „Quellen im unmittelbaren Nahbereich“ verantwortlich. Konkret: Es sei zu berücksichtigen, dass die Station auf dem Gelände von Flender stehe – einer Firma, die nach eigenen Feststellungen „auch Metalle mit hohem Chrom/Nickel-Anteilen“ verarbeite.

Luftkontrolle
Fünf Messpunkte

An fünf Messpunkten im Umfeld des Abfallentsorgers Kost an der Stadtgrenze Bochum/Herne misst die Bezirksregierung Arnsberg seit einigen Jahren auf Grund von Beschwerden aus der Nachbarschaft die Staub-Niederschläge. Dabei werden auch die Konzentrationen der Schwermetalle Arsen, Blei, Cadmium, Nickel und Thallium ermittelt.

Schutzmaßnahmen für die Anwohner, heißt es in Arnsberg, seien weder nötig noch vorgesehen. Man werde die Staub-Belastung weiter prüfen, so Sprecher Söbbeler. Außerdem sei eine Messstation versetzt worden, um stichhaltigere Ergebnisse zu erhalten. Nicht zuletzt setzt Arnsberg aber vor allem darauf, dass auch die Staub-Emissionen durch die Ordnungsverfügung des Regierungspräsidenten zur Reduzierung der Gerüche nach unten gedrückt werden. Wie berichtet, muss der Entsorger Kost, der Abfälle lagert, umlädt und mit Maschinen behandelt, nun etwa Container besser abdecken oder darf Grünschnitt nur noch in der Halle schreddern.

Und doch: Ob der Messergebnisse, heißt es in dem Bericht, sei „der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch die Deposition luftverunreinigender Stoffe, einschließlich der Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen nicht sichergestellt“.

Auch deshalb sind die Anwohner sauer. Einer von ihnen ist Richard Blome, und der findet es „skandalös“, „dass die Grenzüberschreitungen seit 2006 der Bezirksregierung bekannt sind, aber nicht gehandelt wird“. Schließlich, so Blome, schützten Gesetze vor derartigen schädlichen Umwelteinwirkungen – „aber diese müssen auch umgesetzt werden“, fordert er. Verantwortlich dafür sei Arnsberg. „Doch die“, so der Anwohner, „messen weiter und weiter und weiter.“

Michael Muscheid

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Kommentare
15.01.2011
10:09
Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte
von kostinkt | #33

@ 32 Anja Brinkmann

So sieht es aus!?

Allen ist bekannt, dass vor Kost dort ein Metall verarbeitender Betrieb war.
Die Hinterlassenschaft hat Kost mit dem Kauf des Grundstückes übernommen und haftet für die Auswirkungen dieser Hinterlassenschaft.

Hinter dem Hanibal-Center gab es keine Chemiefabrik, sondern die GMU. Oder?

Relativieren dadurch, dass man auf die anderen zeigt geht halt nicht.
Einfach mal einen Kaufvertrag über Grundstücke lesen.
Wer vor dem Kauf kein Bodengutachten machen lässt oder vom Verkäufer verlangt, handelt eh fahrlässig.

14.01.2011
19:33
Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte
von Anja Brinkmann | #32

Da sieht man das die meisten von euch keinen Plan davon haben ,was war bevor Kost nach Riemke kam.

Eine metallverarbeitende Firma war dort vorher ansässig. Und nachdem die weg waren,hat Kost das Gelände aufgekauft.
Wer sich intensiv mit dem Thema Kost beschäftigt ha,sieht auf ein oder zwei Bildern die in der Lagerhalle gemacht worden sind Eisenbahngleise.
Wofür die damals waren muss ich ja net erklären.
Da man Gifte im Boden ja nicht sieht ,hat die ganzen Jahre niemand was gesagt.Aber da Kost ja schon sooooo lange da ist ,können es ja nur die gewesen sein.schwermetalle halten sich zum Teil sehr lange im Boden.In Hofstede gab es damals eine Chemiefabrik(hinter Hannibal-Center) was meint ihr was da alles im Boden drin ist???

29.09.2010
20:17
Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte
von kostinkt | #31

Jetzt steht fest woher Schwermetallüberschreitungen kommen:

Beim letzten Umweltausschuss in Herne hat die Umweltbehörde gerichtet das die Schwermetallstäube von verseuchten Böden der Firma Kost stammen.
Ob diese nun saniert werden müssen wusste man dort nicht.
Ob die Schwermetalle bereits Menschen geschädigt haben wussten die Herren auch nicht.
Das die Schwermetalle karzinogen und erbgutverändernd sind musste erst ein Anwohner dem Ausschuss erklären.
Man hofft wohl von Seiten der Behörde, dass der Wind das Problem davonträgt.

Also liebe Kostangehörige geht mal lieber zum Arzt.

03.08.2010
23:27
Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte
von Klaus D. | #30

Die Bezirksregierung behauptet, sie könne sich die Grenzwertüberschreitungen nicht erklären. Gleichzeitig hofft sie, durch die angeordneten Maßnahmen zur Reduzierung der Geruchsbelästigung würden auch die Grenzwertübnerschreitungen bei den Staubemissionen verringert. Somit scheint zumindest für die Bezirksregierung der Verursacher klar zu sein:

Es ist die Fa. Kost und nicht Flender, denn dort wurden keine Maßnahmen bezüglich Geruchsbelästigung gefordert.

Ich finde es im Übrigen mehr als gewagt, davon zu sprechen, daß die Jahresmittelwerte nicht überschritten wurden. Das kann nur jemand behaupten, der alle Messstellen zusammen in einen Topf wirft und daraus einen Mittelwert bildet. Denn an einzelnen Messstellen werden die Grenzwerte ununterbrochen seit 2006 überschritten. Dies ist auch für einen Laien ersichtlich, vorausgesetzt er schaut sich das Gutachten mal an.

Vielleicht kommt Arnsberg demnächst auf die Idee und installiert weitere Messstellen in ländlichen Vorortgebieten ohne Gewerbe und bildet dann einen Durchschnitt mit ALLEN anderen und kommt zu dem Schluss, dass über den ganzen Regierungsbezirk im Durchschnitt im Grunde alles in Ordnung sei und somit auch die PCB-Belastungen in Dortmund halb so wild sind.

02.08.2010
10:05
Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte
von schrully | #29

Seit wann lötet man Handys zusammen?

02.08.2010
10:04
Schwermetalle bei Kost überschreiten Grenzwerte
von gerda aus boernig | #28

Gemessen wird auf dem Gelände von Flender. Siehe Gutachten.

02.08.2010
07:51
Kost: Schwermetalle überschreiten Grenzwerte
von Alphatier | #27

bei Nokia wurden früher Handys zusammen gelötet. Könnte das Blei und das Cadmium daher kommen ?

01.08.2010
11:00
Kost: Schwermetalle überschreiten Grenzwerte
von gerda aus boernig | #26

Lest einmal das Gutachten, dann weiß man, woher die überhöhten Blei-, Arsen- und Cadminumwerte kommen. Ganz bestimmt von einem metallverarbeitenden Betrieb. Wer ist an der Südstrasse angesiedelt. Flender oder Kost?

01.08.2010
10:29
Kost: Schwermetalle überschreiten Grenzwerte
von dasch1311 | #25

@21
flender nicht aber kost...

wir wohnen hier im ruhrgebiet wenn ihr saubere luft wollt dann müßt ihr aufs land ziehen...

01.08.2010
07:35
Kost: Schwermetalle überschreiten Grenzwerte
von kostbleibt | #24

Nicht immer nur Kost. Duftfrei ja. Aber Vergiftungen in der Luft von metallverarbeitenden Unternehmen ist nicht so schlimm?

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