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Pestalozzi-Gymnasium

Schulleiter Rossa tritt in Ruhestand

23.07.2011 | 06:00 Uhr
Schulleiter Rossa tritt in Ruhestand
Tritt in Ruhestand: Peter Rossa, Schulleiter des Pestalozzi-Gymnasium in Herne. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool

Herne. 15 Jahre lang war der Erdkunde- und Englischlehrer Peter Rossa (63) Schulleiter am Pestalozzi-Gymnasium Herne. Zum Beginn der Sommerferien ist er in den Ruhestand getreten. Mit WAZ-Mitarbeiterin Jennifer Kalischewski sprach er über schöne Momente an der Schule, zukünftige Pläne und das Gefühl, das Wehmut heißt.

Herr Rossa, nun ist Ihr Schulalltag endgültig beendet. Freuen Sie sich?

Peter Rossa: Ehrlich? Im Moment geht es mir nicht so gut. Das ist keine schöne Phase. Ich gehe in einen neuen Lebensabschnitt. Ein Teil meines Bauches sagt mir: Das ist in Ordnung, das ist gut so. Ein anderer, großer Teil sagt: Aber was ist mit all den schönen Dingen? Was mir fehlen wird, ist das tägliche Miteinander, vor allem mit den Schülern. Die täglichen Begegnungen waren von gegenseitigem Mögen charakterisiert.

Wie lange waren Sie am Pestalozzi-Gymnasium tätig?

Ich bin 1991 als stellvertretender Schulleiter hierher gekommen. Vorher habe ich 25 Jahre am Gymnasium Eickel verbracht – 9 Jahre als Schüler, 16 Jahre als Lehrer. Am Pestalozzi habe ich schnell Schulleiteraufgaben übernehmen müssen, weil mein Vorgänger erkrankte. 1996 habe ich das Schulleiteramt übernommen.

Woran erinnern Sie sich gerne?

Es gab viele tolle Momente. Die erfolgreichen Abschlüsse eines jeden Schuljahres, wenn erkennbar ist, mit wie viel Freude die Schüler in die Zukunft sehen. Wunderschön sind immer die Abi-Bälle.

Schulpolitisch hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die Erwartungen an Lehrer sind gewachsen. Wie hat sich Ihre Arbeit im Laufe der Jahre verändert?

Es ist schon ein Phänomen, dass sich das Gymnasium lange Zeit als Teil eines selektiven Systems verstanden hat. Hier wurde darüber entschieden, wer einen höheren Bildungsabschluss anstreben kann. Inzwischen heißt es fördern statt abschulen. Auch die Schülerschaft hat sich verändert. Vor 20 Jahren haben nur 20 Prozent der Schüler diese Schulform besucht, heute sind es in Herne ein Drittel der Schüler. Es kommen Schüler zu uns, bei denen sich Eltern früher nicht getraut hätten, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken. Auch der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund ist gewachsen. Das ist nicht hinderlich. Es ist anders, nicht schwieriger. Vielfältiger und bunter. Und bunt ist positiv. Das finde ich schön. Auch die Rolle der Mädchen in der Bildungslandschaft hat sich geändert. Sie laufen den Jungs heute den Rang ab. Das ist die neue Herausforderung an die Lehrer, diese Ungleichheit zu begraben.

Was geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg?

Er hat schon die Fähigkeiten, die er als Schulleiter braucht. Das ist zum einen ein gutes Maß an Gelassenheit. Das ist dringend notwendig, wenn er die unterschiedlichen Interessen, mit denen er zu tun haben wird, bündeln und zusammenbringen will. Aber er kann optimistisch sein. Was die Arbeitsatmosphäre an dieser Schule angeht, ist sie auf Lehrer- sowie auf Schülerseite bestens bestellt. Die meisten kommen gerne hierher. Das ist schon außergewöhnlich. Da kann ihm nichts passieren.

Wollten Sie eigentlich schon immer Lehrer werden?

Schon als Jugendlicher. Und das war ich auch mit Herz und Seele, bis zum Schluss. Unterrichten ist was Tolles! Als Erdkunde- und Englischlehrer habe ich es gerade am Pestalozzi-Gymnasium durch den bilingualen Zweig als Privileg angesehen, Erdkunde auf Englisch unterrichten zu dürfen.

Haben Sie schon Pläne für die Zukunft?

Natürlich. Meine Frau und ich sind gerade wieder frische Großeltern geworden. Da werde ich meine persönliche Freizeit ausbauen und viel Zeit mit den Enkelkindern verbringen. Ich will mich auch politisch wieder intensiver betätigen. Ich werde versuchen, viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Ich freue mich darauf, dass ich nicht mehr um 6 Uhr mit einem durchdringenden Geräusch geweckt werde. Und ich werde nicht mehr in den Sommerferien in den Urlaub fahren.

Gab es irgendetwas ganz Besonderes in Ihrer Zeit am Pestalozzi-Gymnasium?

Dieses Schuljahr war besonders toll, und ich kann Ihnen auch sagen, warum.

Weil Sie in Ihrer Schulleiterzeit zum ersten Mal Abiturzeugnisse mit der Note 1,0 unterschreiben durften – und dann gleich drei an der Zahl?

Ja, das auch. Das hat mich tatsächlich sehr gefreut und stolz gemacht. Es gibt aber noch etwas: In Herne-Mitte herrscht eine Art Konkurrenzsituation zwischen den Schulen. Das habe ich 20 Jahre lang so empfunden und durch die aktuellen Anmeldezahlen ist dies auch bestätigt. Wir hatten in diesem Jahr die Qualitätsanalyse bei uns zu Gast. Vier Tage lang haben Inspektoren unseren Schulbetrieb unter die Lupe genommen. Im Vorfeld fand ich das eher suboptimal. Wenn die Analyse negativ ausgefallen wäre, hätte mich das im Ruhestand sehr belastet. Als das Ganze gelaufen war und ich wusste, dass das Ergebnis gut ausgefallen ist, habe ich mich natürlich doch noch gefreut, dass die Qualitätsanalyse noch in meiner Zeit gelaufen ist.

Jennifer Kalischewski



Kommentare
23.07.2011
14:29
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.07.2011
10:40
Schulleiter Rossa tritt in Ruhestand
von Xavinia | #1

Alles Gute für den (Un) Ruhestand!

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