Schulen in Herne fördern die Lesekompetenz

Foto: Ralph Bodemer
Besuch an der Freiherr-vom-Stein-Grundschule in Wanne: Mit einem fünfteiligen Programmlernen die Schüler spielerisch das Lesen.

Herne..  Lesen und Schreiben lernt man in der Grundschule. Dennoch haben Kinder oft Schwierigkeiten - vor allem mit dem schnellen Lesen und dem Textverständnis. Dem entgegenstehen will etwa die Freiherr-vom-Stein-Grundschule in Wanne, die ein ganzes Leseförderungsprogramm für ihre Schüler anbietet.

„Lesen bildet den Grundstock für das weitere Leben“, stellt Konrektorin Petra Schachner klar. „In allen Fächern brauchen sie es und natürlich auch im Beruf.“ Bereits ab dem ersten Schuljahr bekommen die Kinder Lesewochenpläne. „Das ist immer ein Text und dazu Fragen, die wir Kinder beantworten müssen. Die Antworten stehen aber im Text“, erklärt Phil Rohlfing aus der Klasse 2a. Thematisch passen die Texte immer zu dem in der Schule behandelten Stoff. In dieser Woche gehe es beispielsweise in den Zoo, also gebe es auch einen Zoo-Leseplan, so Schachner. Aber auch Ganzschriften wie Lesehefte und Kinderbücher gehören ab der Klasse zwei zum Leseplan.

Ein weiterer Baustein im Bereich der Leseförderung ist die Unterstützung durch „Lesemütter“, die auch mal Leseväter oder Leseomas sein können. „Die kommen einmal die Woche, und dann gibt es Gruppen mit bis zu fünf Kindern, die in einen anderen Raum gehen, und dort lesen wir dann vor“, beschreibt Paula Vooren den Ablauf. Die Siebenjährige ist selbst eine totale Leseratte, hat sogar schon Bücher für höhere Klassen gelesen.

Gemeinsam mit den Lesemüttern wird aber nicht nur gelesen, es werden auch Aufgaben bearbeitet: „Wir stellen uns gegenseitig W-Fragen zum Lesewochenplan, also wer, wo, wann und so“, so Paula Vooren weiter. Außerdem könne auch am Computer gearbeitet werden und zwar mit dem Programm „Antolin“.

Antolin ist ein internetbasiertes Leseförderungsprogramm, bei dem die Kinder Quizfragen beantworten müssen. „Man liest ein Buch und gibt das bei Antolin ein. Dann kommen genau zu dem Buch Fragen“, weiß Jolie Angelina Wolff, ebenfalls Schülerin der Klasse 2a. „Es gibt drei Antworten, aber nur eine ist richtig“, ergänzt Zahraa El-Zein. Für richtige Antworten gibt es Punkte, wer viele hat, bekommt eine Urkunde oder auch kleine Gewinne.

Im vierten Bereich des Programms, das Lesefleiß heißt, sollen die Kinder zu Hause täglich zehn Minuten mit ihren Eltern lesen. „Mama muss unterschreiben, wenn ich gelesen habe und wenn ich fünf Unterschriften habe, bekomme ich einen Stempel“, sagt der Achtjährige Joel Baudach.

Zuletzt nimmt die Schule beim externen Angebot FLOH-Lesefitness teil, der aus einem Verständnis- und einem Tempo-Check besteht. Auch dort gibt es Aufgaben, die Punkte bringen und mit denen die Schüler ihren Fortschritt ermitteln können.

Als krönenden Abschluss beginnt am 8. Juni eine Projektwoche zum Thema Astrid Lindgren. Die Klasse 2a liest dann – Pipi Langstrumpf.

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