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Schüler und Senioren gestalten Schau in Herne

29.02.2016 | 07:00 Uhr
Schüler und Senioren gestalten Schau in Herne
Schüler und Senioren präsentieren stolz ihre Werke. Sie sind nun in einer Ausstellung zu sehen.Foto: Barbara Zabka

Herne.   Kunst der Generationen: Schüler und Senioren präsentieren in Herne die Ausstellung „Reale und irreale Welten“.

Zum vierten Mal haben Schüler und Senioren im Projekt „Kunst der Generationen“ in den vergangenen Monaten an Kunstwerken gearbeitet. In der Ausstellung „Reale und irreale Welten“ im Willi-Pohlmann-Seniorenzentrum der Awo zeigen die Bewohner sowie die Schüler der Hauptschule Hölkeskampring seit Sonntag die Ergebnisse dieser Kooperation.

Kreativ oder konkret sind die Arbeiten, die dort zu sehen sind, abstrakt oder präzise – ganz so, wie es das Motto der Ausstellung vorgibt. Während die Senioren reale Motive wie Blumen, Landschaften und Menschen bearbeitet haben, bekamen die Schüler von Lehrerin Dagmar Feiler die Anweisung, Dinge zusammenzubringen, die eigentlich nicht zusammen gehören. Entstanden sind daraus Collagen über die verschiedensten Themen von Landschaftsarchitektur über gesunde Ernährung oder Verfremdung.

„Die Schüler haben sich in der Zeit des Arbeitens weiter entwickelt und ein Gespür dafür bekommen, was geht und was nicht“, sagt die Lehrerin. So hätten sie anfangs nur beliebig Figuren in Landschaften gesetzt, später aber Verbindungen schaffen und eine Geschichte erzählen können. Um die Bilder richtig interpretieren zu können, wurden Titel hinzugefügt.

Weiterentwicklung

„Sehenswürdigkeiten“ heißt beispielsweise ein Projekt von Tim Ditterle und Serkan Mustafa. Zu sehen ist ein Auto, das über eine Brücke fährt, der Betrachter soll sich Gedanken darüber machen, was eine „Sehenswürdigkeit“ überhaupt ausmacht. Ist es die große Statue am Rand oder die Person, die davon hinunter springt?

Schüler Jannik Riechert (15) hat eine Auto-Collage gebastelt und meint: „Es hat Spaß gemacht, neben der Schule in das Seniorenzentrum zu kommen.“ Auch die Leiterin der Senioren-Malgruppe Lidia Ratajczyk lobt den Austausch zwischen Jung und Alt. „Das bringt viel Abwechslung in das Leben der Bewohner“. Lehrerin Feiler beobachte außerdem, dass die Zusammenarbeit die Einstellung der Schüler zu Altenheimen zum Positiven verändere.

Neben den Collagen der Schüler hängen die recht professionell wirkenden Malereien der Senioren an den Wänden. Sie haben Aquarell-, Pastell- oder Ölfarben benutzt und die Maltechniken durch Anleitung der Mitarbeiter erlernt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich sowas schaffe“, berichtet Erna Möckel. Sie hat eine Seelandschaft mit blauen Bergen im Hinter- und grünen Wiesen im Vordergrund gemalt – Öl auf Leinwand. „Die Freude, die die Leute ausstrahlen, wenn sie fertig sind, ist einfach unbeschreiblich“, erzählt Ratajczyk. Auch motorische Fähigkeiten würden durch die Aktivitäten gut trainiert.

Die Heimleiterin Heike Strauss begrüßt schon lange die Kooperation mit der Hauptschule, auch um das Seniorenzentrum zu öffnen und die verbreitete Annahme „Im Seniorenzentrum kann man ja nichts“ zu dementieren. Trotz der Diskussion um eine Schließung der Hauptschule am Hölkeskampring hoffe sie, dass die Kontakte weiterhin bestehen bleiben.

Chiara Aron

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2016-02-29 07:00
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