Schiedsrichter Kinhöfer aus Herne hängt Pfeife an den Nagel

Er legt seine Karten aus der Hand: Hernes Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Hier zeigt er in der Partie  TSG 1899 Hoffenheim gegen SC Freiburg (23. September 2014) Freiburgs Vladimir Darida (l.) die rote Karte.
Er legt seine Karten aus der Hand: Hernes Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Hier zeigt er in der Partie TSG 1899 Hoffenheim gegen SC Freiburg (23. September 2014) Freiburgs Vladimir Darida (l.) die rote Karte.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Der Herner Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer leitet am Samstag in München sein letztes Bundesliga-Spiel. Für die WAZ blickt der 46-Jährige zurück.

Herne..  Thorsten Kinhöfer, Bundesliga- und zwischenzeitlich FIFA-Schiedsrichter, gibt morgen die Pfeife ab. Am letzten Spieltag in der laufenden Bundesliga-Saison leitet er am Samstag zum letzten Mal ein Fußball-Bundesliga-Spiel: die Begegnung Bayern München gegen FSV Mainz 05. Anschließend tritt der 46-jährige Herner aus Altersgründen in den Schiedsrichter-Ruhestand. Die WAZ legte ihm einen Fragebogen vor, Kinhöfer vervollständigte die Sätze.

Ich bin Schiedsrichter geworden, weil . . .

. . . ich ein Gerechtigkeitsmensch bin.

Mein erstes Spiel als Schiedsrichter war . . .

. . . bei einem F-Jugend-Spiel im Herbst 1984. Die genaue Paarung weiß ich leider nicht mehr.

Schiedsrichter sind auch nur Menschen, weil . . .

. . . wir genauso Fehler machen wie alle anderen Menschen auch.

Das Spiel, das mir in meiner Laufbahn am meisten in Erinnerung bleibt, war das . . .

. . . Pokalfinale 2010 in Berlin.

Die größte Herausforderung war . . .

. . . die Leitung dieses Pokalfinales 2010 zwischen Bayern München und Werder Bremen, weil der Druck in einem Endspiel besonders hoch ist.

Meine ärgerlichste Fehlentscheidung als Schiedsrichter war . . .

. . . ein zu früher Pfiff, da ich dadurch ein Vorteil nicht gewährt habe, welcher zu einem Tor geführt hätte. Das war beim Spiel TSG Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach in der laufenden Saison. Zum Glück ging der anschließende Strafstoß ins Tor, so dass der Fehler keine Auswirkung hatte. Schlimm sind natürlich auch Fehler, die Auswirkungen haben (Strafstoß oder kein Strafstoß, Feldverweise usw.).

Die meisten Karten habe ich gezückt im Spiel . . .

. . . VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV im März 2008 – sechs gelbe Karten, zwei gelb-rote Karten, zwei rote Karten.

Dass meine Schiedsrichter-Karriere nun zu Ende geht, finde ich . . .

. . . schade und schön. Schade, weil eine wunderschöne Zeit vorbei sein wird, mit ganz tollen Erlebnissen. Schön, weil nun Zeit für andere schöne Dinge da ist.

Künftig in der Schiedsrichter-Ausbildung beim DFB tätig zu sein, kann ich mir . . .

. . . durchaus vorstellen.

Eine Karriere als TV-Experte fände ich . . .

. . . interessant.

Ich habe aus Gründen der Neutralität nie gesagt, welcher Bundesliga-Verein mein liebster ist. Künftig . . .

. . . erfreue ich mich an tollem Offensivfußball und drücke natürlich den Ruhrgebietsvereinen alle Daumen.

An den Wochenenden, an denen ich nicht mehr pfeife, werde ich . . .

. . . höchstwahrscheinlich Fußball schauen oder selber Fußball spielen. Einmal Fußballer/Schiedsrichter), immer Fußballer/Schiedsrichter).