Schauspieler Markus Grimm auf den Spuren von Wilhelm Busch

„Wilhelm, was ist im Busch?“ Markus Grimm in der Alten Druckerei.
„Wilhelm, was ist im Busch?“ Markus Grimm in der Alten Druckerei.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Liebhaber des großen Humoristen und Zeichners freuten sich über einen vergnüglichen Abend in der Alten Druckerei Herne.

Herne..  „Ach, was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen ...“ So beginnt Wilhelms Buschs weltberühmte Lausbubengeschichte, die 150 Jahre nach ihrem Erscheinen Arte bewogen hat, ihrem Verfasser im April einen Themenschwerpunkt zu widmen. Die Alte Druckerei hat als Kooperationspartnerin des Senders das Thema aufgegriffen und mit Markus Grimm einen Busch-Experten eingeladen, der das Publikum mitnahm in die gar nicht immer so heitere Welt des Schriftstellers.

Zwar begann auch Markus Grimm - Autor, Schauspieler und Theologe aus Würzburg - seinen Abend mit den berühmten Eingangsversen von „Max und Moritz“, um aber sogleich die Streiche wieder zu verlassen und sich der Person Wilhelm Buschs (1832-1908) zuzuwenden, wie sie durch dessen Gedichte und Autobiografie („Von mir über mich“) durchscheint. „Wilhelm, was ist im Busch?“ ist dann auch treffenderweise sein Soloprogramm überschrieben, das „Tief- und Leichtsinniges“ zusammenträgt.

Wer über „Max und Moritz“ und die „Fromme Helene“ nicht hinausgekommen ist, erfuhr so manches über den großen Humoristen und Zeichner, der die Schwächen der Menschen erkannt hat, denen „das Gute im Grunde zuwider ist“. Was etwa für den Schneider Böckel gilt, der Fritzchen mit einer großen Schere das Leben ausbläst - eines der grausameren Gedichte, wie auch die Geschichte vom geköpften Schlittschuhläufer. Busch spottet und karikiert, bleibt aber Menschenfreund. Ein Melancholiker, der die Einsamkeit rühmt, aber die Liebe vermisst - auch dies eine Facette seiner Persönlichkeit. Mal laut, mal leise setzt Grimm gekonnt das Publikum auf die Spur seines Helden.

Ein Programm für Kenner und Liebhaber Wilhelm Buschs, die in der Alten Druckerei nicht an Applaus sparten. Wer sich nicht dazu zählt, hatte seine Mühe, 100 Minuten bei der Stange zu bleiben und dem Rezitator zu folgen, der nahezu ohne Zwischenmoderationen durch die sprachlich komplexe Welt des Wilhelm Busch eilte.