Rewe schließt Herner Standort Kaiserstraße zum 1. Dezember

Das  Aus ist besiegelt: Der Rewe-Markt Kenkmann an der Kaiserstraße 97 schließt zum 1. Dezember für immer die Pforten.
Das Aus ist besiegelt: Der Rewe-Markt Kenkmann an der Kaiserstraße 97 schließt zum 1. Dezember für immer die Pforten.
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Was wir bereits wissen
Der Rewe-Markt an der Kaiserstraße in Baukau schließt zum 1. Dezember. Das hat Marktbetreiber Achim Kenkmann auf Anfrage bestätigt.

Für die Nahversorgung rund um den Lackmannshof in Baukau ziehen dunkle Wolken auf: Die Rewe-Filiale an der Kaiserstraße schließt zum 1. Dezember für immer die Pforten. Das hat Marktbetreiber Achim Kenkmann am Montag auf Anfrage bestätigt. Nach WAZ-Informationen soll es aber Gespräche für den Neubau eines Vollsortimenters oder Discounters im Bereich Forellstraße/Westring geben.

Auch er habe davon gehört, sagt SPD-Ratsherr Andreas Nowak auf Anfrage. Aber: Dieser Standort wäre für Anwohner des aktuellen Rewe-Markts keine echte Alternative. „Im Umfeld der Kaiserstraße wohlen viele alte und mobilitätseingeschränkte Menschen.“ Für sie wäre der Weg zur Forellstraße zu weit.

Für die Entscheidung von Achim Kenkmann habe er durchaus Verständnis, sagt Nowak. Der Rewe-Laden sei sehr klein und alt, eine bauliche Erweiterung sei dort nicht möglich. Überraschend komme die Nachricht vom Aus der Filiale nicht. Bereits vor zweieinhalb Jahren habe er vor so einer Entwicklung gewarnt, sagt Nowak.

Mit den schlechten Rahmenbedingungen begründet denn auch Achim Kenkmann die Schließung der Filiale nach 23 Jahren. „Sie ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt der Händler, der auf der Siepenstraße in Herne-Süd einen weiteren Rewe-Markt führt. Vor einer ungewissen Zukunft stehen die 16 an der Kaiserstraße beschäftigten Mitarbeiter. Man suche nach Lösungen, habe noch nichts gefunden, so Kenkmann.

Bäckerei will Standort erhalten

Auf der Suche ist auch die ebenfalls nur noch bis zum 1. Dezember unterm Rewe-Dach an der Kaiserstraße ansässige Bäckerei Malzer – und zwar nach einem neuen Standort in Baukau. „Wir wollen unser Filialnetz nach Möglichkeit erhalten“, sagt Oliver Hein, Sprecher der zurzeit an acht Standorten in Herne präsenten Kette, auf Anfrage. Man habe jedoch gewisse Ansprüche an die Größe: Gesucht werde ein Ladenlokal mit 160 bis 200 Quadratmetern Fläche.

Überrascht reagiert Sparkassen-Chef Hans-Jürgen Mulski auf die Nachricht vom Rewe-Aus. Er schließt nicht aus, dass diese Entwicklung Auswirkungen auf die Sparkassen-Filiale an der Germanstraße 77 – in direkter Nachbarschaft zum Rewe-Markt – haben könnte. Die Sparkasse stelle ihr Geschäftsstellennetz regelmäßig auf den Prüfstand, alle zwei Jahre werde eine detaillierte Analyse erstellt, so Mulski. Daran sei auch die Politik im Verwaltungsrat beteiligt. Wenn in Baukau eine neue Situation bei der Nahversorgung entstehen würde, müsse auch die Sparkasse über einen Wechsel nachdenken.