Revierpark-Verschmelzung in Herne steht vor dem Aus

Der Vorschlag des Regionalverbandes Ruhr zur Verschmelzung der fünf Revierparks bzw. ihrer Freizeitgesellschaften - im Bild das Lago - hat hohe Wellen geschlagen. In Herne droht dem RVR-Modell der Schiffbruch, sprich: das Scheitern.
Der Vorschlag des Regionalverbandes Ruhr zur Verschmelzung der fünf Revierparks bzw. ihrer Freizeitgesellschaften - im Bild das Lago - hat hohe Wellen geschlagen. In Herne droht dem RVR-Modell der Schiffbruch, sprich: das Scheitern.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei der geplanten Verschmelzung von fünf Revierparks signalisieren SPD und CDU in Herne eine Ablehnung, die Grünen sagen definitiv Nein.

Herne.. Die Entscheidung fällt offiziell erst am 15. März in der Ratssitzung, doch die aktuellen Signale von SPD, CDU und Grünen lassen keinen anderen Schluss zu: Das vom Regionalverband Ruhr (RVR) vorgelegte Verschmelzungsmodell für den Revierpark Gysenberg und vier weitere Revierparks wird Herne keine Mehrheit finden.

„Auf dieser Grundlage sehe ich wenig Raum für eine Zustimmung“, sagt SPD-Fraktions-Chef Udo Sobieski auf Anfrage über das RVR-Modell. So weit geht sein CDU-Kollege Markus Schlüter nicht, spricht aber von „vielen offenen Fragen“. Die rot-schwarzen Ratspartner wollen am Freitag über die Zukunft des Revierparks Gysenberg beraten.

Die Union könne sich gut ein Herner Bäderkonzept vorstellen, dass die Zusammenführung des Lago im Revierpark mit dem Südpool (Stadtwerke) und dem Wananas (Stadt) beinhalte, so CDU-Fraktions-Chef Schlüter zur WAZ. „Man müsste sich zunächst genau anschauen, ob die Bäder durch Synergieeffekte und Einsparungen kostendeckend betrieben werden können.“

Den Sinkflug der Revierparks stoppen

Wie berichtet, will der Regionalverband den „Sinkflug“ der seit vielen Jahren defizitären Revierparks in Herne, Oberhausen, Gelsenkirchen/Essen, Duisburg und Bochum/Witten stoppen. Die gemeinsam vom RVR und den Städten betriebenen Einrichtungen sollen künftig nicht mehr von den Freizeitgesellschaften vor Ort, sondern von einer zu gründenden Dachgesellschaft geführt werden.

Bei den Grünen sind die Würfel bereits gefallen – gegen eine Dachgesellschaft. Die Ratsfraktion habe sich mit großer Mehrheit gegen das RVR-Modell ausgesprochen, heißt es in einer Mitteilung. Dem Vorschlag des Regionalverbandes fehle ein überzeugendes Konzept für die Zukunft der Revierparks, erklärt Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Reinke.

Der Gysenberg und das Lago seien wichtige Freizeiteinrichtungen für die Bevölkerung. Sie dürften deshalb nicht einfach in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden, „bei der die Steuerungsmöglichkeiten Hernes beschnitten werden und noch keine schlüssigen Zukunftskonzepte vorliegen“.

Verlust des Zuschusses droht

Die Grünen seien sich darüber im Klaren, dass ein Nein des Rates im März den Verlust des jährlichen Zuschusses nach sich ziehen könne. Falls es so weit kommen sollte, plädiere man für die Übernahme der 50-prozentigen Gesellschaftsanteile durch die Stadt.

Ob es so weit kommen würde, ist allerdings fraglich. Dortmund strebt für seinen Revierpark Wischlingen den Erhalt des Status Quo an, so ist zu hören. Heißt: Stadt und RVR sollen weiterhin je zur Hälfte Park und Einrichtungen finanzieren. Und auch Befürworter einer Verschmelzung der Revierparks wie Gelsenkirchen haben bereits erklärt, der Zusammenlegung nur zustimmen zu wollen, wenn alle beteiligten Städte im Boot blieben.