Rallye durch das Herner Dickicht

Wer klopft denn da? Micha und Anneke Cetra lernten bei der Wald-Rallye auch Spannendes über Buntspechte im Resser Wald.
Wer klopft denn da? Micha und Anneke Cetra lernten bei der Wald-Rallye auch Spannendes über Buntspechte im Resser Wald.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei bestem Sommerwetter zieht es viele Familien ins kühle Dickicht. Was es dort zu entdecken gibt, zeigte eine Rallye durch den Resser Wald.

Herne..  Wussten Sie, dass man Brennnesseln streicheln kann? Sie pieksen nur an den Seiten und den Blattadern. Oder: Die trommelnden Geräusche im Resser Wald verursachen meist Buntspechte – hätten Sie‘s geahnt? Micha und Anneke Cetra wissen seit Montag bestens Bescheid über Flora und Fauna im heimischen Wäldchen, denn sie haben an der Familienrallye der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet teilgenommen. Die WAZ war dabei.

Ein Junge weiß seinen Weg

Insgesamt 20 Aufgaben gilt es für die Mutter und ihren siebenjährigen Sohn zu lösen. „Er soll sich in der Natur auskennen, die um uns herum wächst“, erklärt Anneke Cetra zu Beginn ihre Motivation. Hildegard Verfers, Mitarbeiterin der Biologischen Station, begleitet die beiden. Allzu viel helfen muss sie Micha nicht – der Junge kennt sich ziemlich gut aus und findet den Weg durch den Wald mithilfe der Anweisungen im Fragebogen in Windeseile.

„Wie nennt man die Pflanze, die dort am Zaun hochrankt?“, fragt der Bogen. „Kletterpflanze“, wählt der angehende Zweitklässler die richtige aus drei möglichen Antworten. Auch die Stufen hoch zum Emscherdamm zählt er richtig: 62 sind es. Viele Radfahrer kreuzen den Weg der Wald-Erforscher. Auf dem Damm knallt die Sonne. Im Wald ist es dagegen angenehm schattig und kühl – also schnell wieder runter. Moment, vorher gilt es noch, zwei weitere Aufgabe zu lösen. Wer die Dämme gebaut hat und wo es noch welche gibt? „Menschen natürlich und keine Maulwürfe“, weiß Micha. Dass es Dämme und Dünen auch am Meer gibt, erklärt ihm Mama Anneke.

Jetzt aber: ab die Post die Stufen runter und zurück auf den Waldweg. Die Brombeersträucher am Wegesrand erkennt Micha gleich wieder, die kennt er schon: „Wir haben selbst welche im Garten, lecker“, sagt der quirlige Junge lachend. Er ist gern draußen in der Natur, findet es nur etwas schade, dass ihn keiner seiner Freunde begleiten wollte.

Kinder kennen die Natur nicht mehr

Hildegard Verfers: „Viele Eltern gehen mit ihren Kindern leider kaum noch raus. Zum Glück gibt es aber auch positive Ausnahmen.“ Micha und seine Familie sind so eine – und doch können Mutter und Sohn noch einiges von Verfers lernen. Dass Seggen, sogenannte Sauergräser, dreieckige Stängel haben, zum Beispiel. „Spannend, darauf habe ich vorher noch nie geachtet“, meint Anneke Cetra. Micha ist derweil fasziniert vom Klettenlabkraut, das dank seiner Widerhaken am T-Shirt klebt. „Ganz schön cool“, findet er das und möchte das bald mal seinen Freunden zeigen. Auch das Geheimnis, wie man Brennnesseln streicheln kann, ohne sich zu verbrennen, möchte er teilen – aber erst, nachdem er seine Freunde damit verblüfft hat.