Radtour in die Ökologie-Zukunft

Die Stadt veranstaltete zusammen mit dem ADFC eine Radtour durch die Stadt Herne.
Die Stadt veranstaltete zusammen mit dem ADFC eine Radtour durch die Stadt Herne.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
ADFC und Stadtverwaltung starteten zu verschiedenen Umweltschutz-Projektenauf dem Stadtgebiet.

Herne..  Es ist 10 Uhr am Morgen und die Stimmung auf dem Parkplatz vor der Lago-Therme im Gysenbergpark ist trotz Nieselregen gut. Rund 30 Radfahrer haben sich am Pfingstmontag dort eingefunden, um an einer von der Stadt und dem ADFC organisierten Radtour zu Natur- und Umweltschutz-Projekten in Herne teilzunehmen. Die Radtour ist der Auftakt für den 30. Tag der Umwelt, der am Sonntag, 31. Mai, am Gysenberg stattfindet.

25 Kilometer und kurze Vorträge zu den einzelnen Projekten an insgesamt fünf Stationen liegen vor der Gruppe. „So soll ein möglichst guter Querschnitt der ökologischen Umgestaltung der Stadt von erneuerbaren Energien, nachhaltiger Mobilität und Naturschutz gezeigt werden“, erklärt Thomas Semmelmann vom Fachbereich Umwelt der Stadt Herne.

Bis zur ersten Station, dem Eingang der Lago-Therme, sind es nur ein paar Meter. Auf der angrenzenden Wiese soll noch in diesem Jahr eine Kleinwindkraftanlage entstehen. Gute 28 Meter wird die Anlage hoch sein. „Dabei handelt es sich nicht um ein herkömmliches Windrad, sondern um eines mit vertikaler Rotationsachse“, berichtet Stefan Becker, Ingenieur bei den Stadtwerken Herne. Ein paar Meter weiter weist er auf eine neue Pedelec-Ladestation hin. Diese funktioniert über ein Münzpfandschloss. Das Praktische: Ein Ladevorgang dauert in etwa so lange wie ein Saunabesuch in der Therme.

Nach dem kurzen Vortrag schwingt sich die Gruppe erstmals auf ihre Räder. Entlang der Straße geht es zur Akademie Mont-Cenis. Umweltschonende Energieversorgung wird auf dem ehemaligen Zechengelände groß geschrieben: solare Energiegewinnung dank einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Akademie sowie Energiespeicherung mittels einer Hochleistungsbatteriespeicheranlage und eines Grubengas-Blockheizkraftwerk. „Durch das Blockheizkraftwerk wird das gesamte Gebiet rund um die Akademie beheizt“, erklärt Becker, während er durch die angenehm warmen Räumlichkeiten führt. Eine willkommene Abwechslung zum nasskalten Wetter, das die Gruppe gerne wahrnimmt. Eng aneinandergedrängt lauschen sie den Ausführungen des Ingenieurs, stellen Fragen, haken nach.

Gerne verlässt niemand die warmen und trockenen Räumlichkeiten, doch die nächste Station wartet. Die Gruppe schwingt sich wieder in die Sättel und steuert den HCR-Betriebshof an. Dort gibt Vertriebsmitarbeiter Henning Viefhaus einen Einblick in nachhaltige Mobilität.

Nicht mit dem Bus, dafür wieder mit dem Fahrrad geht es entlang renaturierter Bachläufe weiter bis zur Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet. Hier soll eigentlich Geschäftsführer Jürgen Heuser der Gruppe den Naturschutz in Herne näher bringen, doch dieser ist leider erkrankt. „Jetzt heißt es improvisieren“, sagt Semmelmann und lacht. Umsehen kann sich die Gruppe dennoch.

Reichlich Information

Mittlerweile ist es kurz vor 14 Uhr. Es geht zurück in den Gysenbergpark. Dort ist der Grill bei Pizza Toni bereits angeheizt und es duftet nach Bratwürstchen. Die Eindrücke der Gruppe sind durchaus positiv. „Die Informationen waren klasse“, fasst Klaus-Peter Lobe zusammen. „Man sieht vieles, doch nur selten weiß man, was dahinter steckt“. Darüber freut sich Semmelmann: „Wir wollten mit dieser Aktion auf den Tag der Umwelt aufmerksam machen und ich glaube, das ist uns gelungen“.