Radler erobern bald die alte Bahntrasse

Was wir bereits wissen
1,4 Kilometer lange Strecke soll von Friedrich der Große bis zum Bahnhof führen. Förderantrag wird in diesem Jahr gestellt. Idee ist 20 Jahre alt.

Herne..  Erste Pläne zur Nutzung der ehemaligen Bahntrasse bei der Zeche Friedrich der Große gab es schon vor knapp 20 Jahren - kurz nachdem die Zechenbahn das letzte Mal gefahren war. Aus der alten Bahnstrecke soll nun in den nächsten Jahren ein Radweg werden.

In diesem Jahr stellt die Stadt den Förderantrag für den Bau des Radweges. „Die Flächen sind bereits im Besitz der Stadt. Das macht es einfacher“, sagt Stefan Behrens vom Tiefbauamt. Die alte Bahntrasse beginnt direkt an der Zeche in Horsthausen und führt bis zum Bahnhof in Herne. In einem ersten Schritt soll erst einmal nur die Trasse bis zum Bahnübergang an der Werderstraße für den Radverkehr aufbereitet werden.

Für diese 1,4 Kilometer lange Strecke müssen eine Unterführung unter der A42 und zwei Brücken erneuert oder renoviert werden. „Der Tunnel muss beleuchtet werden. Dort soll kein Angstraum entstehen“, sagt Behrens. Fledermäuse gibt es im Tunnel nicht - ein Glück für die Planer, denn die Tiere stehen unter Naturschutz und hätten die Arbeiten am Radweg erschwert. „Außerdem müssen wir den Untergrund an der gesamten Strecke bearbeiten“, so Behrens. Schließlich lägen noch Teile der Schienenanlage frei. Wie der Untergrund aussehen soll – Asphalt oder Schotter –, sei noch nicht klar. Auch die Kosten könne man noch nicht einschätzen.

Auch Thomas Semmelmann ist zufrieden. Der Koordinator für Radverkehrsangelegenheiten der Stadt begrüßt den Bau des Radweges. „Es ist ja eher selten, dass so etwas bei einer angespannten Haushaltslage überhaupt möglich ist.“ Zu den Kosten des Radweges könne aber auch er nur wenig sagen. „Die Brücken werden wohl das teuerste. Das können gut 100 000 Euro werden“, sagt Thomas Semmelmann. „Jede weitere Spekulation wäre aber reine Kaffeesatzleserei.“

Ulrich Syberg vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) freut sich, dass die Trasse bald als Radweg genutzt werden kann. „Das ist eine ganz alte Vision von uns gewesen“, sagt der Bundesvorsitzende im Gespräch mit der Redaktion. „Seit unseren ersten Ideen vor 20 Jahren sind wir immer am Ball geblieben.“ Natürlich hoffe er, dass die Strecke bis zum Bahnhof fortgeführt wird. „Erstmal müssen wir aber an den Fördertopf kommen. Alles weitere wird sich dann ergeben“, sagt Ulrich Syberg. „Für Herne hat dieser Radweg eine große Bedeutung. Das wäre ein riesiger innerstädtischer Gewinn. Und das nicht nur für Freizeitfahrer.“ So sei es immer besser möglich, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Eine Verbindung bis zum Bahnhof wäre zum Pendeln ideal.

Die Stadt muss jetzt erst einmal auf die Bewilligung des Förderantrages warten. Erst danach können weitere Planungen und erste Arbeiten an der Bahntrasse beginnen.