Radfahrer in Herne fühlen sich nicht sicher

Für Radfahrer hat sich in Herne viel getan, auf der Bochumer Straße  etwa gibt es seit 2014 einen Radweg. Und doch: Das Sicherheitsgefühl der Radfahrer lässt zu wünschen übrig.
Für Radfahrer hat sich in Herne viel getan, auf der Bochumer Straße etwa gibt es seit 2014 einen Radweg. Und doch: Das Sicherheitsgefühl der Radfahrer lässt zu wünschen übrig.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Trotz des guten Abschneidens Hernes beim Fahrradklimatest 2014: Es gibt auch Defizite, die Stadt und ADFC anpacken wollen.

Herne..  In Herne kann man gut mit dem Rad fahren - das ist ein Fazit des Fahrradklimatests 2014. Denn Herne verbessert sich im bundesweiten Ranking in der Kategorie „Städte mit zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern“ im Vergleich zu 2012 um sechs Plätze auf Rang zehn, in NRW klettert Herne sogar auf Platz drei (die WAZ berichtete). Doch es gibt auch Defizite.

Zum Rahmen: Mit 468 betrachteten Städten und über 100 000 Umfrage-Teilnehmern ist der Fahrradklimatest die größte Umfrage zum Thema Rad fahren in Deutschland. Mit Schulnoten von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) bewerteten Bürger insgesamt 27 Fragen.

Gesamtnote lautet 3,69

„Mit einer Gesamtbewertung von 3,69 bestätigt das Ergebnis, dass Herne sich positiv entwickelt hat“, kommentiert Christian Ehrecke, Vorsitzender des Herner ADFC, die neuen Zahlen. Und erläutert: „Das mag auf den ersten Blick keine gute Note sein, doch wenn man sieht, dass selbst eine Fahrradstadt wie Münster nur ein Ergebnis von 2,5 erreicht hat, dann kann Herne damit schon sehr zufrieden sein.“

Als zufriedenstellend beurteilten die 227 an der Umfrage teilnehmenden Herner die gute Erreichbarkeit der Innenstadt, die Möglichkeit des zügigen Radfahrens durch gute Radnetze und das Angebot an öffentlichen Fahrrädern. „Auch wenn das Radnetz schon gut ausgebaut ist, wollen wir natürlich noch einiges ergänzen. Nächstes Jahr wird zum Beispiel Friedrich der Große angegangen“, kündigt Baudezernent Karlheinz Friedrichs an.

Aber auch Defizite werden im Fahrradklimatest deutlich. So schnitten die Falschparker-Kontrollen auf Radwegen und der Winterdienst jeweils mit 4,5, die Wege-Führung an Baustellen sogar nur mit 4,6 ab. „An diesen Punkten muss und wird gearbeitet werden“, verspricht Josef Becker, Fachbereichsleiter Tiefbau und Verkehr bei der Stadt. Handlungsbedarf gebe es außerdem an Kreuzungen, an denen zum Beispiel Ampelschaltungen die Radfahrer benachteiligen, und bei der Reinigung des Splits auf Radwegen von Abfall und Glasscherben.

Arbeit in Projektgruppe

Am meisten Sorgen macht der Stadt und dem ADFC jedoch der Punkt „Sicherheitsgefühl“. Mit einer Note von 3,8 fühlen sich die Radfahrer gerade mal „ausreichend“ sicher. Es freut Stadt und ADFC, dass Radfahren in Herne Spaß mache, aber wenn sich das nicht sicher anfühle, könnten sie nicht zufrieden sein, sagen beide.

Damit die Situation für Radfahrer weiter verbessert wird, arbeiten Stadt, ADFC, Polizei, Straßenbaubehörde und politische Fraktionen in der Projektgruppe Radverkehr eng zusammen. „Die Projektgruppe gibt es seit 2006, und die Zusammenarbeit verläuft sehr positiv“, so ADFC-Mann Ehrecke. Das bestätigt aktuell der Fahrradklimatest.