Publikum genießt Pariser Flair in der Alten Druckerei Herne

Französische Chansons, präsentiert von Brüno(v.l. Roger van Triel, Bruno Kohler, Michael Schank).Fotos:Klaus Pollkläsener
Französische Chansons, präsentiert von Brüno(v.l. Roger van Triel, Bruno Kohler, Michael Schank).Fotos:Klaus Pollkläsener
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Was wir bereits wissen
Die deutsche Band Brüno unterhielt mit französischen Chansons und Merima Horovic trug Texte über die französische Metropole vor.

Herne..  Das Paris der letzten Wochen mit den Attentaten auf „Charlie Hebdo“ war weit weg an diesem Donnerstag in der Alten Druckerei. Gastgeberin Elisabeth Röttsches hatte zu einem französischen Abend eingeladen, in dessen Mittelpunkt ein Paris stehen sollte, das Sehnsucht weckt, das Paris der Musik und der Literatur. Das frankophile Publikum in Herne stürzte sich erwartungsgemäß auf die Karten und machte sich nach zweieinhalb Stunden beschwingt auf den Heimweg. Am Ende hatte es Standing Ovations gegeben.

Reise ins Nachbarland

Nachdem ein erster Paris-Abend im letzten Jahr vom Wort geprägt war, lebte dieser von der Musik. Brüno, mit ü und betontem o, ein Quartett aus dem Ruhrgebiet, nahm die Zuhörer mit auf eine höchst abwechslungsreiche Reise ins Nachbarland. Mit Jochen Weichert (Saxofon und Klarinette) hatte sich die großartige Stammbesetzung, bestehend aus Michael Funke (Bass), Michael Schank (Schlagzeug) und dem Herner Roger van Triel (Gitarre), an diesem Abend hervorragende Verstärkung geholt. Namensgeber und Sänger ist der gebürtigen Schweizer und heutige Dortmunder Bruno Kohler. Im Deutschen wie im Französischen versiert, leitete er zudem als Reiseführer von einem Chanson zum nächsten über. Ein paar Worte der Erklärung, und auch bei den Sprachunkundigen setzte sich das Kopfkino in Gang.

Sie folgten Brüno unter den Himmel von Paris, den schon Juliette Gréco besungen hatte („Sous le Ciel de Paris“), fuhren mit Yves Montand auf „La Bicyclette“, summten beseelt mit, als Edith Piafs „La Vie en Rose“ erklang und „J’attendrais“ Erinnerungen an „Das Boot“ wach rief - Klassiker des französischen Chansons, die die Musiker auf ihre eigene jazzige Weise interpretierten. Auch Modernes hat Brüno im Repertoire, wie das traurige „Dansons la Valse“ der 17 Hippies, das Abschiedslied eines Mannes an seine sterbende Frau, und das muntere „Le Long de la Route“ von Zaz.

Schade, dass der Schauspielerin Merima Horovic nicht mehr Zeit vergönnt war für die Texte, die sie in Abstimmung mit den Musikern ausgesucht hatte. Vom Mythos „Tour Eiffel“ handelte der erste, entnommen Alexander Kluys „Der Eiffelturm“ mit Geschichten rund um das berühmte Bauwerk. Eine Passage aus „Der Horizont“ des Nobelpreisträgers Patrick Modiano warf als zweiter Text Schlaglichter auf ein Pariser Paar in den 60er Jahren. Horovic gelang damit eine stimmige Ergänzung zur Musik. Gute Nachricht für alle, die den Paris-Abend verpasst haben: Am 19. März wird er wiederholt.

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