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Gewerkschaften

Protest gegen Dumpinglohn und Leiharbeit

24.02.2011 | 16:44 Uhr
Protest gegen Dumpinglohn und Leiharbeit
Gleiches Geld für gleiche Arbeit: Das forderten gestern Mitglieder der IG Metall in der Herner Innenstadt. Die Dienstleistungsgeswerkschaft Verdi hielt ihre Protestveranstaltung anschließend vor dem Rathaus ab. Foto: Thomas Goedde

Herne.   Unter dem Motto „Arbeit - sicher und fair“ protestierten am Donenrstag in der Herner Innenstadt Gewerkschafter gegen Dumpinglöhne und Leiharbeit.

Ein roter Pavillon mitten auf dem Herner Boulevard, Stehtische mit roten Plastikdecken, Banner in schwarz-weiß und zwei weiß-rote Sperren aus Holz, die die Fußgänger zu einem Stopp verleiteten: Unübersehbar beteiligte sich die IG Metall Herne am Donenrstag an der bundesweiten DGB-Aktion: „Arbeit - sicher und fair“.

Trotz dicker Jacke und rotem Schal um den Hals fröstelt Eva-Maria Kerkemeier, 1. Bevollmächtigte der Herner IG Metall. Gemeinsam mit Gewerkschaftskollegen, leicht zu erkennen an den orangefarbenen IG Metall-Westen, und Betriebsräten verschiedener Unternehmen informiert sie über die Auswirkungen von Leiharbeit und anderen prekären Beschäftigungsverhältnissen. „Ein Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie hat im Jahr 12 000 Euro weniger als sein gleich qualifizierter fest angestellter Kollege“, kritisiert sie. „Leiharbeiter bekommen keine Prämien und können von heute auf morgen gekündigt werden“, listet sie weiter auf. Das habe nicht nur Nachteile für die unmittelbar Betroffenen: Wer wenig verdient, zahle wenig oder gar keine Steuern. Und den Städten fehle das Geld, ihren Aufgaben nachzukommen, deutet sie auf die nahe Baustelle auf der Bahnhofstraße. Da könne dann nur geflickt werden.

Jugendliche im Blickpunkt

Szenenwechsel: Wieder ein roter Pavillon, diesmal mit dem Verdi-Emblem und vor dem Herner Rathaus aufgebaut, flankiert von zwei weißen Sonnenschirmen, ebenfalls mit Emblem. Ein würziger Geruch steigt in die Nase. Mit einer „Suppenküche für Beschäftigte“ will Verdi auf die vielen Tafeln und anderen Einrichtungen aufmerksam machen, die selbst Menschen, die Arbeit haben, immer häufiger in Anspruch nehmen: Weil sie von ihren Jobs allein nicht mehr über die Runden kommen. Im September 2010 lebten in Herne, so Norbert Arndt, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer von Verdi Bochum/Herne, etwa 15 400 Menschen von Hartz IV, darunter 3380 „Aufstocker“, die zusätzlich zu ihrem Lohn noch auf Hartz IV angewiesen sind.

Auf die besonders schwierige Situation für junge Leute, die oft keinen Ausbildungsplatz und/oder anschließend keine feste Stelle bekommen, machte die Verdi-Jugend mit einem Sketch aufmerksam. Aneinandergekettet ließen sich B. Müht (17 Jahre, qualifiziert, engagiert), K. Putt (19 Jahre, Deutschlands bester Azubi), B. Fristet (25 Jahre, kann ein Jahr verlängern) und G. Zwungen (41 Jahre, arbeite auch für 50 Cent) versteigern: nicht gegen das höchste, sondern gegen das niedrigste Gebot.

Gabriele Heimeier

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Kommentare
25.02.2011
07:34
Protest gegen Dumpinglohn und Leiharbeit
von hanshorsthausen | #3

70 Mann auf des Toten-Mannes Veranstaltung

Die Gewerkschaft Verdi hatte zu einer aktiven Mittagspause eingeladen. An der Aktion beteiligten sich etwa 70 Mitarbeiter

so kann Mann/Frau es auf der Internetseite des Lokalradios nachlesen und hören.
Interessant ist der Kommentar des Personalratschef der Herner Stadtverwaltung. Herr Fiedler sprach von einem politischem Signal und davon. dass ver.di noch keine Massenveranstaltung.wollte.

Ein Signal würde der Herner ver.di-Vorstand setzten, indem er eine längst überfällige Personalentscheidung auf die Tagesordnung setzt.
Die Mitgliedschaft hat diese Entscheidung für sich. wohl schon lange mit den Füßen getroffen.

24.02.2011
18:41
Protest gegen Dumpinglohn und Leiharbeit
von ReneR | #2

Was ist der Anspruch dieser Gesellschaft?

Eine menschenwürdige Existenz nach Maßstäben innerhalb des Wirkungskreises der jeweiligen Gesellschaft zu führen, welche aber stets an die Arbeitsbereitschaft (sprich Bereitstellung der Arbeitskraft) gekoppelte ist, oder aber freie Entfaltung ohne Zwänge?

Gut, wenn Arbeitgeber noch ausreichenden Gestaltungsspielraum haben, für einfache Hilfsarbeitertätigkeiten auch aus ihrer Sicht angemessene Löhne zahlen zu können, die zu keinerlei Weiterqualifizierung verpflichten, so daß zwar die Beschäftigung hoch ist, die Verlierer bei der nächsten Krise aber schon identifiziert wurden.

Und dank der Freizügigkeit innerhalb der EU holt man sich schon jetzt aus EU-Mitgliedsstaaten einfach mehrere Mitarbeiter, welchen man auf dem Werksgelände im Industriegebiet eine Wohnunterkunft anbietet, diese für 10-12 Stunden arbeiten läßt udn die Zahlung mutmaßlich über einen Werkvertrag ablaufen läßt, welcher nicht am Einsatzstandort abgewickelt wurde.

Kein Betriebsrat, keine maulende Belegschaft, volle unternehmerische Flexibilität. Geringe Kosten, keine Vorsorgeverpflichtung, einfach nur die Gunst der Stunde nutzen und abkassieren.

Und ab Mai 2011 läuft es noch freizügiger ab.

Da wird sich der eine oder andere noch wundern.

Was bleibt Verdi und der IG-Blech dann noch übrig.

Müssen die Mitarbeiter der Herner Verwaltung eigentlich auch aufstocken? Wo schon Verdi zu fröhlicher Mittagspause vor dem Rathaus aufrief und viele folgten?

24.02.2011
18:18
Protest gegen Dumpinglohn und Leiharbeit
von twenteenschede | #1

Aktion gelungen, IG Metall Rentner hatten wieder eine Beschäftigung, Verdi lebt doch- und demnächst wieder Gerd Bollmann wählen !
Der löst zwar keine Probleme, aber redet diese dennoch schön!

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