„Prometheus-Projekt“: Kampfkunst trifft griechische Sage

Bernd Staklies (li.) und sein Sohn Lucas M. Werner bei den Proben.
Bernd Staklies (li.) und sein Sohn Lucas M. Werner bei den Proben.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Herner Schauspieler Bernd Staklies steht mit seinem Sohn Lucas M. Werner (21) in einem Jugendstück auf der Bühne.

Herne..  Die unsterblichen Götter treffen sich einmal im Jahr zum Gedankenaustausch. Dieses Mal sind nur Zeus und Prometheus erschienen und sie kommen ins Tratschen. Was macht eigentlich Apollon? Der Gott der Jugend leitet ein Schönheitsinstitut. Hermes hat einen Versandhandel und Athene zeigt im Fernsehen, wie man streitet. Doch die Plauderei gerät aus den Fugen, die beiden fangen an zu kämpfen, in Worten und in Taten. Zu erleben demnächst im „Tigerpalast“, wo am 13. Juni das „Prometheus-Projekt“ Premiere hat.

Eine ungewöhnliche Produktion in mehrfacher Hinsicht. Bernd Staklies, bekannt durch das Kindertheater Pappmobil und als Direktor seiner Spielstätte „Tigerpalast“ am Heisterkamp, verlässt mit dem „Prometheus-Projekt“ das erste Mal seit 25 Jahren seine angestammte Zielgruppe, die Vor- und Grundschulkinder, die sich über „Rotkäppchen“ oder „Bin im Bett. Vater Rhein“ kaputt lachen. Jetzt sollten die Zuschauer mindestens zwölf Jahre alt sein, gerne auch erwachsen. Denn der Stoff, den sie zu sehen bekommen, hat es in sich: Griechische Mythologie trifft Kampfkunst, und die Götter verhandeln aktuelle Themen wie die allgegenwärtige Datensammelwut von Geheimdiensten und Konzernen.

Künstlerische Begegnung

Gleichzeitig ist „Prometheus“ ein Vater-Sohn-Projekt. Bernd Staklies (64) arbeitet erstmals mit Lucas M. Werner (21), der im „Tigerpalast“ sein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur absolviert und schon beim Theater Kohlenpott hospitiert hat. „Ein phantastisches Miteinander“, sagt Staklies. Angefangen von der Recherche bis zur künstlerischen Umsetzung auf der Bühne habe man gleichberechtigt das Stück erarbeitet, in dem sich beide mit ihren jeweils eigenen Stärken künstlerisch begegnen. Lucas Werner praktiziert die Kampfkunst Ju-jutsu-do und außerdem die urbanen Sportarten „Parcour“ und „Tricking“ und setzt sie auch ein. Sein Vater bringt seine Erfahrungen aus der Entwicklung von Stücken und als Schauspieler und Puppenspieler mit. Die Endregie hat Ralf Kiekhöfer vom Theater Töfte aus Halle.

Im Stück sind Vater und Sohn Gegenspieler: Zeus, der nach der Weltherrschaft strebt, wobei ihm das Internet wunderbar in die Hände spielt, und Prometheus mit seiner Vision vom neuen Menschen, die Zeus widerstehen - die Whistleblower Edward Snowden und Julian Assange lassen grüßen. Mit den Appell, Acht zu geben in der digitalen Welt, sind dagegen beide auf einer Linie. „Wir legen unsere Sicht offen“, sagt Lucas Werner, „weil wir wollen, dass die Zuschauer anfangen nachzudenken.“ Mit dem Holzhammer gehe das streckenweise auch sehr komische Stück nicht vor. „Das funktioniert bei mir nicht, und bei anderen auch nicht.“

Das „Prometheus-Projekt“ hat am Samstag, 13. Juni, 20 Uhr, im Tigerpalast am Heisterkamp 62 Premiere. Es gibt noch Restkarten.

Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro (für Jugendliche unter 18 Jahren und Gruppen ab zwölf Personen).

Für Schulen wird das Stück am Montag, 15. Juni, und am Donnerstag, 18. Juni, um 10 Uhr gespielt. Ein weiterer Abendtermin vor den Sommerferien ist am Samstag, 4. Juli, 20 Uhr.

Kontakt: WAN 35632 und 0172 2821997