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Premiere für Herne

11.06.2007 | 12:46 Uhr

Zum ersten Mal werden in der Emscherstadt sechs junge Männer zu Diakonen geweiht.Tobias Spittmann und Markus Wippermann werden danach für ein Dreivierteljahr vor Ort tätig

Die Stadt Herne geht auf ein Ereignis zu, das der Dechant des katholischen Dekanates Emschertal, Heribert Zerkowski, zurecht als ungewöhnlich bezeichnet. Zum ersten Mal werden am Samstag, 16. Juni, in der St. Peter und Paul Gemeinde in Börnig/Sodingen sechs junge Männer zu katholischen Diakonen geweiht. Der Paderborner Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wird die Weihe der Priesteramtskandidaten, die unterschiedlichste Lebenswege gegangen sind, vornehmen.

Bis nach Salzburg, New York oder Rom hat es einige zwischenzeitlich verschlagen, ehe sie vor einem Jahr nach Abschluss des Theologiestudiums ins Paderborner Priesterseminar kamen. Wie so häufig in der Kirche - auch das zeigen die Lebensläufe - sind alle Diakon-Anwärter hochgebildet. Einige von ihnen haben gar zwei Studiengänge absolviert.

Fand die Diakonenweihe ursprünglich stets in Paderborn statt, änderte sich das Mitte der 1990er Jahre mit der Dezentralisierung: Seitdem werden die Diakone an unterschiedlichen Orten im Erzbistum Paderborn geweiht. Und nun also nicht nur zum ersten Mal in Herne, sondern auch im Ruhrgebiet insgesamt, bestätigt Heribert Zerkowski. "Dadurch soll verdeutlicht werden, dass es die einzelnen Pfarrgemeinden sind, aus denen die Weihekandidaten kommen", erklärt der stellvertretende Leiter des Paderborner Priesterseminars, Subregens Gregor Tuszynski. "Außerdem wollen wir die Leute vor Ort erreichen. So sehen beispielsweise auch junge Menschen, dass es gläubige Christen gibt, die Priester werden wollen."

Nach der Weihe werden die sechs Männer als Diakone in Gemeinden im Ruhrgebiet eingesetzt. Zwei von ihnen kommen für ein Dreivierteljahr nach Herne. Markus Wippermann wird in den Gemeinden St. Peter und Paul und St. Dreifaltigkeit (Pastoralverbund Herne-Ost) tätig werden. Als gebürtiger Dortmunder ist er Kind des Ruhrgebiets, kennt den heimischen Menschenschlag. "Ich freue mich, die neuen Aufgaben, die auf mich zukommen, zu übernehmen. Wichtig ist mir auch, mit den anderen im Team zu arbeiten. Wir sind keine Einzelkämpfer", betont der 26-Jährige und ergänzt: "Aus der Kirche kommen derzeit viele Hiobsbotschaften. Ich möchte einen Weg finden, wie wir Kirche auch gegen den Trend glücklich leben können."

Tobias Spittmann wird seinen Dienst in den Gemeinden St. Bonifatius und St. Elisabeth (Pastoralverbund Herne-Mitte) verrichten. Der 30-jährige gebürtige Wuppertaler ist in der katholischen Jugendarbeit groß geworden. Auch die Erfahrungen aus der Arbeit mit Drogenabhängigen in einem Projekt in Brasilien bestärkten ihn in seiner Entscheidung, Priester zu werden.

Und was gibt der Ausbildungsbeauftragte seinen Leuten für die Arbeit in den Gemeinden mit auf den Weg? "Die Diakone sind Sehende, Schauende und Hörende. Sie nehmen eine Beobachterrolle ein. Sie sehen, was haben die Menschen für Sorgen, hören zu und helfen, Aufgaben zu lösen. Dabei steht das Schauen auf die Menschen mehr im Mittelpunkt als das Schauen auf sich selbst."

Im Anschluss an die Weihe, die eingebettet ist in einen Gottesdienst, gibt es einen Empfang mit 600 Gästen in der futuristischen Akademie Mont Cenis, die nicht weit weg von der St. Peter und Paul-Gemeinde liegt. "Große Räumlichkeiten sind eine Voraussetzung für die Veranstaltung. Da haben wir den Menschen auch noch ein architektonisches Highlight zu bieten", freut sich Heribert Zerkowski, Pfarrer der Gemeinde.

"Wir wollen die Leute vor Ort erreichen"

Von Elmar Matschke

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