Polizei greift vermisste Mandy aus Herne auf dem Heimweg auf

Auf dieser Industriebrache in Herne hatte die Polizei nach dem vermissten Teenager gesucht.
Auf dieser Industriebrache in Herne hatte die Polizei nach dem vermissten Teenager gesucht.
Foto: Wolfgang Quickels
Was wir bereits wissen
Die seit Ostermontag vermisste Mandy aus Herne ist wieder aufgetaucht. Das Mädchen gab bei der Polizei an, Opfer eines Verbrechens geworden zu sein.

Herne.. Eine Stadt atmet auf: „Mandy ist wieder da“, lautete die gute Nachricht der Polizei am Freitagnachmittag. Die 15-Jährige war seit Ostermontag vermisst worden. Ihre Mutter hatte inzwischen in ihrer Verzweiflung Flyer gedruckt und an Bäumen und Straßenlaternen im gesamten Stadtgebiet aufgehängt. Sogar ein T-Shirt hatte sie sich anfertigen lassen, mit einem Bild von Mandy darauf und der ängstlichen Frage: „Wo bist du?“

Mit erheblichem Aufwand von Polizei und Rettungskräften wie dem THW war Mandy in den vergangenen Tagen gesucht worden. Am Freitagnachmittag wurde das Mädchen von einer Streifenwagenbesatzung in Horsthausen aufgegriffen. Die 15-Jährige, die nach eigenen Angaben auf dem Weg nach Hause war, teilte den Polizeibeamten mit, dass sie Opfer einer Straftat geworden sei. Ihre Mutter holte sie im Bochumer Polizeipräsidium ab. Dort rätselt man jetzt, was vorgefallen ist. „Wir wollen Mandy zuerst aber zur Ruhe kommen lassen und sie in der kommenden Woche ausführlich zu ihrem Verschwinden vernehmen“, erklärte Pressesprecher Volker Schütte.

Gutes Verhältnis zur Mutter

Mandy war das letzte Mal auf dem Dorn-Gelände im Herzen Hernes gesehen worden. Sie war in Begleitung ihrer Clique dorthin gegangen. Die drei Jungen berichteten später, dass sie dort zwei ältere Männer getroffen und Mandy dann alleine zurückgelassen hätten. Die Polizei bezog auch den Verdacht auf ein Kapitalverbrechen mit in ihre Ermittlungen ein, suchte mit Spürhunden nach der Verschwundenen. Mandys Mutter berichtete der WAZ: „Ich habe Mandy auf ihrem Handy angerufen und noch gehört, wie die Jungen gerufen haben, dass sie doch mitkommen solle.“ Um 20.15 Uhr habe sie ihr eine Whatsapp geschickt mit dem Text „Wo bist du jetzt?“

Aber: „Diese Nachricht hat Mandy nie gelesen“, sagte ihre Mutter. Bereits um 19 Uhr habe sich Mandy mit einer ihrer Schwestern am Bahnhof treffen wollen. „Warum sie nicht dorthin gegangen ist, kann ich mir nicht erklären“, fügte die Mutter hinzu. Sie habe ein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter, allerdings gebe es Probleme mit dem Vater: „Er war wegen sexuellen Missbrauchs im Gefängnis und wurde von mir angezeigt, er hat mich mehrmals vergewaltigt“, berichtet sie. Auch habe der Vater wiederholt gedroht, Mandy zu entführen.

Das Drama hat ein gutes Ende genommen, und die Polizei war sichtlich erleichtert, dass sie den in großer Zahl berichtenden Medien nichts Tragischeres über Mandy berichten musste.