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Verhütung

„Pille danach“ scheidet in Herne die Geister

23.01.2015 | 19:00 Uhr
„Pille danach“ scheidet in Herne die Geister
Die „Pille danach“ kann ungewollten Schwangerschaften vorbeugen.]Foto: dpa/ Rolf Vennenbernd

Herne.   Das Hormonpräparat hilft nach Verhütungspannen - und ist bald rezeptfrei erhältlich. Experten meinen: Beratung darf dennoch nicht zu kurz kommen.

Trotz größter Sorgfalt kann bei der Verhütung mal was schief gehen - das Kondom reißen, zum Beispiel. Die „Pille danach“ kann ungewollten Schwangerschaften in diesem Fall vorbeugen. Bislang ist das Hormonpräparat nur mit Rezept erhältlich. Jetzt hat die Europäische Kommission entschieden: Das Medikament wird rezeptfrei. Ein Eilverfahren des Bundesministeriums für Gesundheit für eine Freigabe der beiden gängigen Präparate „Ellaone“ und „Pidana“ wartet derzeit auf die Zustimmung durch den Bundesrat. Apotheker, Politik und Beratungsstellen sind sich in ihrer Meinung zur Gesetzesänderung uneins. Unstrittig ist jedoch der Ruf nach angemessenen Beratungsräumen in Apotheken.

Zügige Umsetzung

„Ich finde gut, dass wir die EU-Entscheidung nun zügig in deutsches Recht umsetzen“, sagt Ingrid Fischbach, Herner MdB (CDU) und Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der WAZ. Nun gelte es, „das große Thema einer qualitativ hochwertigen Beratung mit Engagement nach vorne zu bringen und schnellstmöglich Leitlinien hierfür zu entwickeln.“ Das Bundesministerium für Gesundheit habe dazu bereits ein Gespräch mit Frauenärzten, Apotheken und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführt.

Eben jenes notwendige Beratungsangebot sieht Heribert Lauck, Sprecher der Herner Apotheker, derzeit nicht gegeben: „Fachlich sind wir selbstverständlich in der Lage, unsere Kundinnen zu den Medikamente zu beraten. Aber sollen wir das am Wochenende und nachts wirklich durch die Klappe machen?“ Er spricht sich dagegen aus, dass die „Pille danach“ rezeptfrei wird. „Das Präparat darf maximal einmal im Monat eingenommen und eine bereits bestehende Schwangerschaft muss ausgeschlossen werden“, erklärt er. Die Sache gehöre somit eindeutig in die Hand eines Arztes. Und wenn die Pille danach schon rezeptfrei werde, dann bitte mit einer Altersbeschränkung auf 16 Jahre.

Niederschwellige Hilfe

Die auch für Herne zuständige Beratungsstelle von Pro Familia forderte bereits 2014, zu Beginn der Debatte, die Freigabe der „Pille danach“. „Die Hilfe muss niederschwellig und zeitnah erfolgen - je früher, desto besser“, sagt Sexualpädagoge Jörg Syllwasschy. Das sei durch den ärztlichen Notdienst nicht immer gewährleistet. „Eine Beratung durch einen Apotheker reicht völlig aus“, so Syllwasschy im Gespräch mit der WAZ. Die räumlichen Voraussetzungen dafür müssten allerdings geschaffen werden - auch während des Notdienstes.

Laura Konieczny

Kommentare
23.01.2015
21:43
„Pille danach“ scheidet in Herne die Geister
von TvE-Dechant | #1

Als das Thema "Wellen schlug", war Prof. Tempfer vom Marienhospital mutig, da die katholische Kirche die Pille noch verboten hatte, indem er die Pille...
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„Pille danach“ scheidet in Herne die Geister
„Pille danach“ scheidet in Herne die Geister
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/pille-danach-scheidet-in-herne-die-geister-id10267851.html
2015-01-23 19:00
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