Phil Bates vom Electric Light Orchestra bei Hülsmann

Phil Bates gastierte mit seinem Trio in der Kulturbrauerei. Sein erster Eindruck, als er am Eickeler Markt vorfuhr: „Ein schönes Städtchen.“
Phil Bates gastierte mit seinem Trio in der Kulturbrauerei. Sein erster Eindruck, als er am Eickeler Markt vorfuhr: „Ein schönes Städtchen.“
Foto: FUNKE Foto Services
Einmal mehr gab sich ein gestandener Star die Ehre in der Kulturbrauerei: Phil Bates, langjähriger Frontmann des Electric Light Orchestras Part II.

Normalerweise tritt Phil Bates in größeren Hallen auf. Freitagabend gab der langjährige Frontman des legendären Electric Light Orchestra (ELO) Part II ein umjubeltes Konzert in der Eickeler Kulturbrauerei. 150 Besucher waren angetan – und auch Bates schien die intime Atmosphäre zu genießen.

Kein „Xanadu“, dafür Eric Clapton

Das Bates reiste nicht mit seiner zehnköpfigen Band an, mit der er sonst die ELO-Hits spielt, sondern setzte zusammen mit einem Trio auf akustische Klänge. „Wir möchten möglichst verschiedenartige Musik spielen“, rief Bates einmal zwischen zwei Stücken ins Publikum. Aus dem ELO-Repertoire stammten nur einige der Songs. Dafür tourte Bates durch die gesamte Rockgeschichte und spielte auch Stücke von Whitesnake, Jimi Hendrix, den Beatles, Stevie Wonder oder Eric Clapton. Das Akustik-Trio interpretierte die Songs indes viel zarter, fast kammermusikalisch. Den ELO-Hit „Xanadu“ strichen die drei allerdings aus dem Programm: Ehefrau Joanna Bates war erkältet. Sie konnte zwar auftreten, jedoch – „der hohe Ton am Ende hätte meine Kehle zum Platzen gebracht“.

Aber es gab nicht nur kammermusikalisch gespielte Rockstücke in der Kulturbrauerei, sondern dazwischen auch keltische Tänze, die vor allem im Zusammenspiel von Flöte und Violine lebhaft interpretiert wurden. Den Eisbrecher im letzten Drittel des Konzerts markierte ausgerechnet kein Rockstück, sondern der virtuos gespielte Csardas des klassischen italienischen Komponisten Vittorio Monti, mit dem das Trio das Publikum mühelos zum Tanzen brachte. Danach brachen alle Dämme, und die Eickeler tummelten sich auf der Tanzfläche vor der Bühne. Als das Trio schließlich den ELO-Klassiker „Livin‘ Thing“ brachte, formten die Zuhörer einen Kreis. Viele feierten die Erinnerungen an ihre Jugend, andere sahen wohl erstmals ihre Väter richtig ausgelassen schwoofen. „Don’t Bring Me Down“ musste natürlich folgen, und am Ende ließ das frenetisch applaudierende Publikum die Musiker nur widerwillig von der Bühne – nämlich erst nach der dritten Zugabe.