Pflege gilt Verantwortlichen als Zukunftsaufgabe

Schüler der Hauptschule Hölkeskampring besuchten zur Berufsorientierung am Tag der Pflege das Willi-Pohlmann-Seniorenzentrum an der Kronenstraße in Herne. Im Bild: Betreuungsassistentin Sabrina Reitze (links) mit den Schülern im Tagesstruktur-Bereich.
Schüler der Hauptschule Hölkeskampring besuchten zur Berufsorientierung am Tag der Pflege das Willi-Pohlmann-Seniorenzentrum an der Kronenstraße in Herne. Im Bild: Betreuungsassistentin Sabrina Reitze (links) mit den Schülern im Tagesstruktur-Bereich.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege haben die Wohlfahrtsverbände die Initiative „Wir für Sie“ gestartet..

Herne..  Zahlreiche Altenhilfezentren luden am Dienstag zu einem Tag der offenen Tür in ihre Einrichtungen. So wurde im Grete-Fährmann-Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein Maifest gefeiert und im Willi-Pohlmann-Seniorenzentrum gab es eine „Berufswahlorientierung zum Anfassen“. Auch das Deutsche Rote Kreuz stellte in seinen Häusern Gesundheitsprogramme, die Tagespflege und die Seniorenberatung vor. Anlass: der Internationale Tag der Pflege, der jedes Jahr am 12. Mai gefeiert wird. Erstmalig war mit diesem der Auftakt der Kampagne „Wir für Sie“ verknüpft, an der sich die Arbeitsgemeinschaft Freier Wohlfahrtspflege beteiligt. Die NRW-weite Imagekampagne der Wohlfahrtsverbände soll auf besondere Angebote mit verschiedenen Aktionen rund um das Thema Pflege aufmerksam machen. „Mit der Kampagne möchten wir besonders eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit unserer Pflegekräfte erzielen und auf diese guten Leistungen aufmerksam machen“, sagte Holger Schelte vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Pflegebedarf erhöht sich

Dass Pflege ein immer bedeutsameres gesellschaftliches Thema wird, hängt auch mit einem wachsenden Bedarf zusammen: „Im Zuge des demografischen Wandels haben wir einen Zuwachs von fünf bis zehn Prozent an Pflegebedürftigen“, wusste Diakonie-Geschäftsführer Jörg Kasbrink. Von einem viel höheren Pflegebedarf sprach auch Martin Krause, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes. So gelte es immer mehr Menschen mit pflegeintensiven Krankheiten wie Demenz zu betreuen. Dem gegenüber ständen nicht nur immer weniger Pflegekräfte sondern auch weniger Beitragszahler, die in die Pflege einzahlen würden. „Hinzu kommt, dass der Pflegeberuf nicht positiv dargestellt wird“, sagte Ansgar Montag, Vorstand des Caritasverbands. „Es ist jedoch eine gesellschaftliche Frage, was uns die Pflege wert ist und wer uns später pflegt“, so Montag weiter. Für diese Fragen müssten heute die Grundlagen gelegt werden. Dass dabei auch die Personalausstattung verbessert werden müsse, ist für Krause wichtig. Für eine zukunftssichere Pflege sei unabdingbar, dass genügend Menschen einen Beruf in der Pflege ausüben möchten. Daher sei für Herne auch der Aufbau eines Altenpflegeseminars geplant. Im Herbst wird dort mit dem ersten Lehrgang gestartet. Neben einem einjährigen Lehrgang zum Pflegehelfer wird dort die dreijährige Ausbildung zur examinierten Pflegekraft angeboten. Da der Zugang zur dreijährigen Ausbildung hochschwellig sei, solle mit der Ausbildung zum Pflegehelfer die Einstiegsschwelle in den Beruf gesenkt werden.