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Teil zwei der Trilogie...

Peter Goldstein ermittelt wieder in Herne

13.10.2009 | 09:00 Uhr

Herne im Frühjahr 1943. Mitten im Krieg. Die polnische Haushaltshilfe des stellvertretenden Kreisleiters der NSDAP, Walter Munder, ist verschwunden. Hauptkommissar Peter Golsten, der seinen Namen „Goldstein” früh und vorausschauend verkürzt hat, ermittelt.

Eigentlich ist es ein Routinefall. Mehr nicht. Je mehr der Hauptkommissar aber ermittelt, desto mehr stellt sich heraus, dass er in ein Wespennest gestochen hat. Munder plant einen Betrug an Volk und Vaterland im großen Stil. Golstens eigener Schwiegervater bietet in dem gemeinsamen Wohnhaus Juden Schutz vor den Nazis.

Der Herner Autor Jan Zweyer zeichnet in „Goldfasan” – so wurden im Nationalsozialismus spöttisch „Amtsträger” der NSDAP wegen ihrer goldbraunen Uniformen mit goldenen Knöpfen genannt, neben der Handlung des Krimis wieder ein historisches Gemälde. „Hernespezifisch, aber doch allgemeingültig”, sagt Dr. Rutger Booß vom Grafit Verlag, in dem das Buch erschien.

Die meisten Figuren – so Jan Zweyer – sind frei erfunden. Einige haben jedoch wirklich gelebt. Die geschichtlichen Ereignisse zwischen Montag, 22. März 1943, und Donnerstag, 29. April 1943, sind authentisch. „Die historischen Fakten sind alle wahr”, sagt Jan Zweyer. Die Bombenangriffe und die Zwangsarbeiterlager, auch wenn er jenes im Roman nördlich des Herner Stadtparks verlegt.

Der 55-Jährige Autor tauchte für die Recherche wieder tief in die Archive ab. „Um ein Gefühl für die Zeit zu bekommen, reicht es aber nicht, in Zeitungen von damals zu recherchieren, da war ja viel Propaganda”, sagt Zweyer. Deshalb suchte er, wann immer es möglich war, den Kontakt zu Zeitzeugen.

Für Hauptkommissar Peter Goldsten geht es in dem über 300 Seiten starken Roman wieder darum, sich zu entscheiden: zwischen menschlich handeln oder dem Regime dienen, zwischen der Verpflichtung zur Wahrheit oder der Karriere. Am Ende von „Franzosenliebchen”, dem ersten Teil der Trilogie, der zurzeit der Ruhrbesetzung spielt und bereits in dritter Auflage erschien, entscheidet er sich bekanntlich für die Karriere. Und diesmal? Wie wird sich die Hauptfigur, die Zweyer als einen typischen Mitläufer bezeichnet, durch die Zeitgeschichte retten?

Hinweise aus berufenem Mund könnte es am 25. Oktober 2009 geben. Dann veranstaltet die Buchhandlung Attatroll um 11 Uhr im „Drübbelken” in Recklinghausen eine Premierenlesung mit Jan Zweyer (Eintritt 18 Euro inklusive Frühstücksbuffet, Kartenbestellung 02361/17002). dima

Dietmar Mauer

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