Performance im „Tanzsack“ im Circus Schnick-Schnack in Herne

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Was wir bereits wissen
40 Schüler der Grundschule Berliner Platz studieren eine Choreographie mit Stoffsäcken im Circus Schnick-Schnack ein. Die Vorführung ist am 8. Mai.

Herne..  Umschlossen von einem Ganzkörpersack tanzen 40 Kinder durch die Manege des Circus Schnick-Schnack. Obwohl sie kaum etwas sehen können, bewegen sich die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Berliner Platz rhythmisch zur Musik. Zusammen mit Pädagogen und ehrenamtlichen Trainern des Schülerzirkus Schnick-Schnack studieren sie eine 20 Minuten lange Choreographie ein. Eine Woche lang trainieren die Kinder für den großen Auftritt beim „Herner Spielewahnsinn“. Am 8. Mai ist es auf dem Willi-Pohlmann-Platz soweit.

Einer von ihnen ist der Viertklässler Ömer Öztas. Dem Zehnjährigen macht das Zirkusprojekt Spaß. „Ich habe gelernt, wie man in so einem Sack tanzt“, erzählt er. Bevor die Kinder zum ersten Mal den „Tanzsack“ überstülpten, haben sie sich Tanzfiguren überlegt. „Erst haben wir Statuen aus Knete gebaut und später die Figuren nachgetanzt“, erklärt Ömer.

Grenzen des Körpers erfahren

Der Gruppentanz sei nicht nur von außen schön anzusehen, sondern habe auch pädagogische Gründe, so Projektleiterin Heidemarie Deutsch. „Die Kinder erleben ihren Körper neu“, weiß die Pädagogin, „der Stoff ist eine Begrenzung, durch den die Kinder lernen, wo ihr Körper endet“.

Die Tanzsäcke ermöglichen es, sich auf die wesentlichen Aspekte der Gestik zu konzentrieren, da Mimik und Schminke komplett entfallen. Sie könnten durch den Stoff nur „schemenhaft sehen“, so dass sich die Schüler stärker auf andere Sinne konzentrieren müssten und im Team arbeiteten, erklärt Heidemarie Deutsch.

Neben dem „festen Zirkuskern“ aus 100 Kindern, die regelmäßig für die Zeltwoche trainieren, organisiert der Verein noch diverse „Projekte drumherum“. Eines davon ist die Tanzsack-Performance, die vom Stadtumbaubüro Herne finanziell unterstützt wird. Die Förderung sei notwendig, da einige Familien nicht die Mittel hätten, um ihren Kindern die Teilnahme am Projekt zu ermöglichen, so die Leiterin. Allein ein Tanzsack koste rund 40 Euro.

Unter dem Titel „Von der Uniformität zur Vielfalt“ tanzen die Kinder im Mai ihr zum großen Teil selbst entwickeltes Stück vor. Sicherlich lassen sich zahlreiche Eltern die Premiere nicht entgehen. Doch wie sollen sie ihre Kinder in der tanzenden, verschleierten Masse erkennen? Die neujährige Lara Winkler hat eine Idee, wie sie aus der Gruppe herausstechen kann: „Wenn ich beim Auftritt ab und zu winke, können sie mich vielleicht erkennen“, schlägt sie vor.