Per Kopfsprung ins neue Nass in Herne

Beim Wananas-Start noch nicht im Badeoutfit: OB Willi Pohlmann (r). Mit im Bild: Nachfolger Wolfgang Becker (2.v.l.) und Wolfgang Stohr (SPD, li.).
Beim Wananas-Start noch nicht im Badeoutfit: OB Willi Pohlmann (r). Mit im Bild: Nachfolger Wolfgang Becker (2.v.l.) und Wolfgang Stohr (SPD, li.).
Foto: Stadt Herne
Was wir bereits wissen
Eine schöne SPD-Bundestagsabgeordnete, ein sportlich-mutiger OB und ein Rechenexempel – hier das Politgeflüster zum Wochenende in Herne

In den Top Ten

Wenn sich eine Zeitschrift namens „Men’s Health“ (Männergesundheit) mit dem Deutschen Bundestag befasst, dann rechnet man zunächst mal ganz naiv damit, dass im weitesten Sinne gesundheitspolitische Themen für Männer aufgegriffen werden. Zum Beispiel: Wie kann die Politik zur Verbesserung der Prostatakrebs-Vorsorge beitragen? Oder: Mit welcher Sportart halten sich männliche Abgeordnete fit? „Men’s Health“ hat etwas ganz anderes interessiert und fragte die Leser: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste Abgeordnete im ganzen Land? Mit Gesundheit hat das natürlich nichts zu tun. Und mit Herne? Die Herner SPD-Abgeordnete Michelle Müntefering landete - als beste Sozialdemokratin - auf Rang 8. Zur Miss Bundestag kürte das Hochglanzmagazin übrigens Jana Schimke (CDU) aus Cottbus. Und der schönste Mann im Bundestag? „Women’s Health“, bitte übernehmen! Unsere Wahl fällt auf den Hamburger Jan van Aken (Linke), der auch schon mal zu Gast in der Herner WAZ-Redaktion war und (das spricht ebenfalls für ihn) bekennender Fan des FC St. Pauli ist.

Ins kühle Nass

Wie eröffnet ein Oberbürgermeister eigentlich ein neues Schwimmbad? OB Horst Schiereck, im Sommer 2016 bekanntlich nicht mehr im Amt, wünscht sich zum Start des neuen Wananas von seinem Nachfolger, dass er es OB Willi Pohlmann nachmache. Der habe sich 1994 zur Wananas-Eröffnung „todesmutig“ mit einem Kopfsprung ins kühle Nass gestürzt – gemeinsam mit der damaligen Sport-Dezernentin Dagmar Goch, der heutigen Bürgermeisterin in Hattingen. Das sei „ein wahnsinniger Anblick“ gewesen, schmunzelte der OB nun zum Baustart für das neue Freizeit-, Schul- und Sportbad. Sein Nachfolger solle das, bitteschön, wiederholen, gern auch mit seinem Sportdezernenten. Was Schiereck nicht will: dass der neue Rathauschef „wie ein Italiener“ ins Wasser gehe, sprich: „langsam über die Treppe“. Er selbst, kündigte Schiereck an, werde sich das nicht entgehen lassen: „Es wird mir eine Freude sein, dabei zu sein.“

In die Tonne

SPD und CDU fordern in NRW und auch in Herne bekanntlich vehement die Wiedereinführung einer Sperrklausel bei der nächsten Kommunalwahl. Ein kleines, aber vielsagendes Rechenspiel: Wenn es am 25. Mai beim Urnengang in Herne eine - von einigen Roten und Schwarzen geforderte - Sperrklausel von 3 Prozent bereits gegeben hätte, dann wären die abgegebenen 4903 Stimmen (9,7 Prozent) für die FDP, Piraten, AL, Unabhängige Bürger praktisch in der Tonne gelandet. Denn: All diese Parteien wären an der 3-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht im Rat vertreten gewesen; ihre Wähler hätten sich somit nicht in den bürgerschaftlichen Gremien „wiedergefunden“. De facto gescheitert ist bekanntlich aber nur BIG mit 425 Stimmen (0,8 Prozent). Zur Erinnerung: Die Wahlbeteiligung lag in Herne bei 42,2 Prozent.