Ostermarschierer suchen friedliche Lösungen

Der Ostermarsch 2015 machte Station an der der Kreuzkirche.
Der Ostermarsch 2015 machte Station an der der Kreuzkirche.
Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund 200 Teilnehmer des Ostermarsches machten Station in Herne.„Kriege stoppen – Atomwaffen ächten – zivile Lösungen schaffen“ lautete das Motto.

Herne..  „Sich hier vor der Kreuzkirche zu treffen und ein Zeichen für den Frieden zu setzen – das gehört Ostern einfach dazu. Es ist das mindeste, was man tun muss.“ So fasst es Norbert Arndt, stellvertretender Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Bochum/Herne zusammen. Der Gewerkschafter ist seit über 40 Jahren aktiv und seit dem Höhepunkt der Friedensbewegung in den 80er-Jahren dabei, wenn an Ostern marschiert und demonstriert wird.

Die Zeiten haben sich geändert, weit weniger Menschen als Anfang der 80er-Jahre zu Zeiten des Nato-Doppelbeschlusses gehen inzwischen auf die Straße, um für den Frieden aktiv zu werden. 200 Aktivisten radelten am dritten Tag des Ostermarsches Rhein/Ruhr 2015 durchs Revier. Vor der Kreuzkirche machen sie traditionell Station.

Die gesamte Fahrradetappe führte von Essen über Gelsenkirchen, Wattenscheid, Herne nach Bochum-Langendreer. Mit Fahnen und Transparenten äußerten die Teilnehmer ihren Protest. An den Fahrrädern waren zum Beispiel Flaggen von der Internationalen Katholischen Friedensbewegung „Pax Christi“, der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen (DFG-VK) oder der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) befestigt. Dabei durfte die Friedenstaube natürlich nicht fehlen. Das diesjährige Motto lautete „Kriege stoppen – Atomwaffen ächten – zivile Lösungen schaffen“. Darauf pochte auch Rednerin Leonore Schröder vom Friedenskreis Castrop-Rauxel während der Kundgebung. Sie setzte sich gegen eine gewollt provozierte Konfrontation Russlands und für Wladimir Putin ein. Dabei sprach sie sich gegen eine einseitige Berichterstattung in den Medien aus. „Vergessen wir nicht, dass Deutschland schon einmal Krieg gegen Russland angefangen hat. Fordern wir unsere Bundesregierung auf, auf einen sofortigen Stopp der Kriegsvorbereitungen in der Ukraine hinzuwirken!“

Verantwortung des Westens

Die Zuhörer schauten nachdenklich aus und stimmten mit Applaus den kritischen Worten zu. Eric Lobach vom DGB-Stadtverband Herne zitierte in seiner Ansprache ein altes Sprichwort: „Was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit.“ Auch der Gewerkschafter sprach sich dafür aus, dass man Probleme nur zivil lösen könne: „Der Westen trägt große Verantwortung für ein Ende der Gewalt in der Ukraine, Syrien, in Israel und dem Gaza-Streifen.“ Scharfe Worte fand der Gewerkschafter für die jüngsten Gewalt-Exzesse in Tröglitz: „Der Brandanschlag stimmt mich sehr traurig, es sind schreckliche Nachrichten. Nazis dürfen in unserem Land keinen Platz haben!“ Mit von der Partie vor der Kreuzkirche war auch die Linke mit einem Informationsstand. Nach einer Stärkung mit Brötchen und Würsten machten sich die Aktivisten auf die Schlussetappe.