Ortrud Taubert verabschiedet sich vom Buschmannshof

Ein Prosit auf den neuen Lebensabschnitt: Ortrud Taubert leerte am Buschmannshof ihr letztes Fass und zieht nach Norddeutschland.
Ein Prosit auf den neuen Lebensabschnitt: Ortrud Taubert leerte am Buschmannshof ihr letztes Fass und zieht nach Norddeutschland.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach 18 Jahren leerte Ortrud Taubert das letzte Fass in der nach ihr benannten Kneipe am Buschmannshof. Aber es gibt schon Nachfolger.

Wanne-Eickel..  Sie ließ sich nichts anmerken an ihrem letzten Arbeitstag. Doch ihre Stammgäste wussten, dass Ortrud Taubert nicht lachend geht. Zu viele Freundschaften hat sie geschlossen in all den Jahren am Buschmannshof. Bei Ortrud’s war am Tag vor Heiligabend Fassleerung, mit allem, was dazu gehört, wenn zum letzten Mal auf die Wirtin angestoßen wird: ein kleines Buffet und jede Menge Blumen zum Abschied.

Die Seele vom Buschmannshof hat mit knapp 70 Jahren ein neues Leben im Sinn, zieht nach Norddeutschland, wegen der guten Luft, will aber regelmäßig in Wanne auftauchen und Leute treffen, die mehr als Gäste waren. Ein langer Tag wurde es, von morgens bis abends kamen Leute herein, die ihrer Ortrud alles Gute wünschen wollten. „Da muss man sich um jeden Einzelnen kümmern.“ Der letzte Tag an der Theke wurde auch für eine Spendenübergabe an das Kinderheim am Heisterkamp genutzt. Das Geld, 380 Euro, floss aus Einnahmen des Sparclubs und dem Toilettenschweinchen, das abends geplündert wurde.

Auch die neuen Wirte stellten sich vor. Beate und Peter wollen jetzt erst einmal modernisieren und Anfang kommenden Jahres neu eröffnen. Auch abends soll zukünftig gezapft und gebrutzelt werden.

Nach 18 Jahren am Buschmannshof übergab Ortrud Taubert ihre Wirkungsstätte in jüngere Hände. Der Name der Kneipe soll aber beibehalten werden. Das findet sie schön. In jungen Jahren betrieb sie zusammen mit ihrem Ehemann eine Glasmalerei.

Nach der Trennung führte sie ab 1985 – „zusammen mit ein paar Leuten“ – das Café Colmar in Gelsenkirchen, später die „Libelle“ am Steinplatz in Essen. Als nach langer Krankheit ihr zweiter Mann 1995 starb, startete ein neuer Lebensabschnitt im Herzen Wannes. Auch der ist nun vorbei, von nun an will Ortrud Taubert die Tage in vollen Zügen genießen.