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Organist wirbt für seine Profession

09.02.2010 | 15:11 Uhr
Organist wirbt für seine Profession

Herne. Über das Orgelspiel, sagt Christopher Brauckmann, seien einige Klischees in Umlauf. Nicht alle sind positiv. „Die drei l: langsam, leidenschaftslos, langweilig”, das dächten viele. Brauckmann, 21, möchte das nicht akzeptieren, er will der Orgel neue Fans beschaffen.

Nun tat er einen wichtigen Schritt: Sein Konzert in der Bonifatius-Kirche in der Herner Innenstadt war außergewöhnlich gut besucht.

„Sehr erfreulich” sei das, sagt Brauckmann. Das Gastspiel war denkwürdig, denn in der Bonifatius-Kirche befindet sich die Orgel im Altarraum, nicht auf einer Empore. Die Zuhörer können dem Organisten also auf die Finger schauen. „Es ist doch dreimal spannender, nah an der Orgel zu sitzen als ins Leere zu starren”, freute sich Brauckmann.

„Riesenfreude”

an der Arbeit

Orgelkonzerte müssten oft genug ohne großen Zuhörerzuspruch auskommen. Bitter für jemanden wie Brauckmann: Der gebürtige Herner hat sein Leben den sakralen Melodien verschrieben. Studiert Katholische Kirchenmusik in Köln, ist Chorleiter in der St. Michael-Gemeinde in Bickern, trat als Solist mit den Dortmunder Philharmonikern auf.

Fragt man Schüler einer Abi-Klasse, was sie studieren möchten, hört man eher selten die Antwort „Katholische Kirchenmusik”. Dem Wahl-Wittener ist's egal – schon als Kind wusste er, welche Richtung sein Leben mal einschlagen sollte. Ministrant war er, seit seinem 13. Lebensjahr spielte er die Orgel während der Gottesdienste in seiner Heimatgemeinde St. Dreifaltigkeit in Horsthausen. „Leute wollen oft von mir wissen, ob ich damit denn mal Geld verdienen kann”, sagt Brauckmann. Könne man; als angestellter Organist in einer Gemeinde oder als Musiklehrer an einer Schule. Was Brauckmann will? „Ich habe Riesenfreude daran, Chöre zu leiten oder mit Kindern zu arbeiten.”

In Herne ist er noch eher unbekannt, in Castrop-Rauxel habe er indes schon ein kleines Stammpublikum. Weil er dort häufig auftritt – das nächste Mal am 7. März in der St. Lambertus-Kirche. An gleicher Stelle wiederholt er am 14. März sein Herner Konzert: „Französische Orgelromantik” mit Werken von Gabriel Faure´ und Charles Marie Widor.

Jonas Erlenkämper

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