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Orchester sorgt für Lacher

30.11.2011 | 15:47 Uhr

Die Sinfonietta dell’Arte ahmte beim Konzert im Kulturzentrum erst Tierstimmen nach und zeigte dann technische Brillanz.

Das musikalische „Wien um 1811“ präsentierte die Sinfonietta dell’Arte unter Leitung ihres Gründers Konstantin Ilievsky zusammen mit Pianistin Olga Papikian am Dienstagabend im Kulturzentrum.

Mit Gioacchino Rossinis Ouvertüre zu seiner Aschenputtel-Oper „La Cenerentola“ entführten die Musiker ihr Publikum in die Donaumetropole im Epochenwechsel von der Spätklassik zur Romantik: Nach dem zügigen, spritzig-klangvollen Orchesterthema setzten alternierende Streicher- und Holzbläsergruppen durch die subtile Nachahmung von Tierstimmen humorvolle Akzente, bevor sich über den vor bebender Spannung vibrierenden, federnd-pulsierenden Streichern das Hauptthema in ständig intensiver werdenden Steigerungen immer machtvoller entfaltete. Diesen Prozess gestalteten Konstantin Ilievsky und die Sinfonietta dell’Arte mit markanter Formgebung in durchgehend zügigen Tempi.

Die posthum uraufgeführte Symphonie Nr.3 D-Dur DV 200 des erst 18-jährigen Franz Schubert weist ebenfalls eine latent zitternde Spannung in den Streichern auf, die an sein Vorbild Rossini erinnert, zeichnet sich aber vor allem durch einen eigenständigen Stil mit getragenen, klar konturierten Themen und frühromantischen Klangfarben aus. Fröhliche Aufbruchstimmung wechselt mit volkstümlichen Weisen ab, bevor das Werk in einem furiosen, sich überstürzenden Presto endet, dessen sich ununterbrochen fortspinnende Motorik wieder stark an Rossini erinnert.

Die ganze Bandbreite ihres Klangfarben- und Ausdrucksreichtums zeigte die Sinfonietta dell’Arte in van Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr.5: Kraftvoll-markante Orchester- und präzis umrissene Klavierthemen lösten sich ab, griffen ineinander über. Technische Brillanz und emotionale Gestaltungskraft verbinden sich im Spiel der jungen russischen Pianistin Olga Papikian, die sowohl bei balladenähnlich vor sich hin träumenden Themen als auch in romantisch-drängenden Motivkomplexen stets den rechten Ton traf und virtuos ausgeschmückte Passagen und schnelle Läufe souverän meisterte.

Konstanze Führlbeck

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