Opposition in Herne ringt um gemeinsamen OB-Kandidaten

Wer erobert im September 2015 den Chefsessel im Herner Rathaus? Die Opposition versucht, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen.
Wer erobert im September 2015 den Chefsessel im Herner Rathaus? Die Opposition versucht, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen.
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Was wir bereits wissen
Wer tritt bei der OB-Wahl in Herne gegen Frank Dudda (SPD) an? Die CDU klärt das am Donnerstag, die Opposition sucht einen gemeinsamen Kandidaten.

Herne..  Die CDU stellt am Donnerstag die Weichen für die OB-Wahl im September. Der Tagesordnungspunkt zwölf auf dem Kreisparteitag der Union in der Akademie Mont-Cenis heißt „Wahl eines Bewerbers/einer Bewerberin für das Amt des Oberbürgermeisters“. Einziger Kandidat bislang: Peter Neumann-van Doesburg. Grüne, Linke, FDP, Alternative Liste und Piraten diskutieren derweil, ob sie einen gemeinsamen Kandidaten ins Rennen schicken.

Thomas Bloch hätte nichts dagegen. Der FDP-Chef nennt CDU-Ratsherr Neumann-van Doesburg einen „Verlegenheitskandidaten“ und fände es wichtig, wenn „eine Person mit Standing“ gegen SPD-Kandidat Frank Dudda antreten würde. Oberbürgermeister Horst Schiereck (SPD) tritt bekanntlich nicht mehr an. Die besagte „Person mit Standing“ wollen die Grünen am Mittwoch kommender Woche präsentieren und auf ihrer Mitgliederversammlung zum OB-Kandidaten küren. Nach langem Findungsprozess, sagt Grünen-Fraktionschefin Dorothea Schulte, stehe die Kandidaten-Suche vor dem Abschluss.

Dieser soll sich nach seiner Wahl bei den anderen Oppositionsparteien vorstellen und bei den Mitgliedern um Rückhalt werben. Unabhängige Bürger und AfD sollen nicht mit ins Boot geholt werden, heißt es. Markus Dowe, Sprecher der Linken, sieht gute Chancen für einen gemeinsamen Kandidaten. Den Grünen als größte Oppositionspartei, so Dowe zur WAZ, stehe es zu, einen entsprechenden Vorschlag zu machen, eine Einigung bei den anderen Parteien sei anschließend durchaus möglich. Das zeige die gute Zusammenarbeit seit den Kommunalwahlen im Rat: „Da gibt es viele Gemeinsamkeiten.“

FDP und Piraten, die längst angekündigt haben, keine eigenen Kandidaten ins Rennen schicken zu wollen, sind etwas zurückhaltender. Man wolle zunächst einmal abwarten, wen die Grünen in der kommenden Woche präsentieren, sagen Thomas Bloch (FDP) und Andreas Prennig (Piraten). Für die Liberalen ist es wichtig, dass eine „Person ohne Parteibindung“ ins Rennen geht, sprich: ein Kandidat, der nicht für Bündnis 90/Die Grünen, sondern für eine „bunte Liste“ Wahlkampf machen würde, betont Bloch.