Opel auf Bildersuche
07.03.2010 | 17:37 Uhr 2010-03-07T17:37:00+0100
Google fotografiert demnächst wieder für „Street View” in Herne. Die Stadt wartet mit einer Reaktion ab. Hausbesitzer können sich schützen.
Ein schwarzer Opel, sportlich, mit einem gut einen Meter hohen Stativ samt Kamera: Der Fotowagen von Google wird zwischen März und April wieder durch Herne touren. Bereits im Spätsommer der letzten beiden Jahre war das Fahrzeug in Herne, um Fotos für Googles geplante 360-Grad-Landkarte „Street View” zu sammeln. Wie Google Deutschland bestätigt, werden im Frühling nun die letzten Bilderlücken geschlossen.
Ratingen verlangt
Sondernutzungsgebühr
Street View ist das neueste Projekt der weltweit meistgenutzten Internetsuchmaschine Google. Eine „begehbare” Landkarte für die ganze Welt. Seit 2007 ist es im Internet auf www.maps.google.de möglich, die USA mit Street View zu besuchen. Mit dem Computer kann man wie ein normaler Passant über Straßen flanieren, Gebäude betrachten und sogar in den Himmel blicken. Es folgten 17 weitere Länder, mit Deutschland soll Ende 2010 das 19. Land hinzukommen.
Doch das Abfotografieren von Google ist nicht unumstritten. Die Stadt Ratingen hat Ende letzten Jahres beschlossen, von Google Geld zu verlangen. Eine „Sondernutzungsgebühr” von 20 Euro pro gefilmten Kilometer. Herne hat dies bislang noch nicht geplant. „Google will die Städte vor einem Fototermin benachrichtigen, was noch nicht geschehen ist”, sagt Christoph Hüsken vom Presseamt der Stadt Herne.
Zwar wisse man, dass Google in den nächsten zwei Monaten erneut in Herne fotografieren will, doch erst wenn Google sich meldet, wolle die Stadt die rechtlichen Grundlagen prüfen und gegebenenfalls einschreiten.
Im Kern geht es um die Frage, ob der Google-Fotowagen wie ein normaler Verkehrsteilnehmer zu behandeln ist oder das Ablichten eine Sondernutzung der Straße ist und Geld kostet. Google wähnt sich dabei auf der sicheren Seite. Der Wagen halte sich an die Verkehrsvorschriften und fahre nie zu langsam.
Rechtsgutachten sieht
Datenschutz eingehalten
Ein genaues Datum für die Fotofahrten in Herne kann man laut Google Deutschland aber nicht terminieren. Man wolle möglichst authentische Straßenzüge ablichten und die Bürger nicht vorwarnen. Außerdem komme es auf schönes Wetter an. Selbst zu den Straßen, die befahren werden, macht Google bislang keine genauen Angaben.
Doch nicht nur beim Ablichten der Straßenzüge ist die Rechtslage sehr unsicher, noch ist nicht endgültig geklärt, ob Google Street View das Bundesdatenschutzgesetz verletzt oder nicht. Ein von Google eigens in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten des Instituts für Rechtsinformatik der Leibniz Universität Hannover sieht keine Verletzung beim Datenschutz.
Ein neues Gutachten des Karlsruher Zentrums für Angewandte Rechtswissenschaft im Auftrag der Landesregierung Rheinland-Pfalz widerspricht dem. Es bemängelt vor allem, dass die Bilder von Google auf einer Höhe von drei Metern aufgenommen wurden. Höher als Passanten blicken können.
Hausbesitzer und Mieter können sich vor dem Fotografieren ihrer Häuser nicht schützen. Die Veröffentlichung der Bilder im Internet lässt sich aber verhindern. Google hat den Bürgern in Deutschland durch die vielen Proteste von Datenschützern Zugeständnisse gemacht. Grundsätzlich muss Google Personen unkenntlich machen und Nummernschilder verwischen.
In Deutschland können Hausbewohner aber auch, im Gegensatz zu den anderen 18 Ländern, schon im Vorfeld das Bild ihres Hauses löschen lassen. Dazu müssen sie eine E-Mail oder einen Brief an Google schicken (siehe Infokasten).
Anschließend wird das Haus von der begehbaren Landkarte verbannt. Zurück bleibt ein schwarzer Fleck.
18:30
Ich geh nicht nach Herne denn dort hat mich keiner gerne
12:34
Widerspruchsformulare kann man übrigens in Internet bekommen. Z. B. beim Bundesministerium für Verbraucherschutz oder unter
http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=14758
Bleibt zu hoffen, dass der Staat und die Stadt ihre Bürger schützen...
12:08
Die Unbedarftheit, mit der dieser Vorgang in diesem Forum kommentiert wird, ist schon aufschlussreich.
Natürlich gibt es Leute, die in ihrem Hang zur Selbstentblößung alle erdenklichen Daten über sich ins Internet stellen. Dass da das eigene Haus bzw. die Wohnung nicht fehlen darf, ist klar.
Für bestimmte Berufsgruppen ist Streetview auch eine erhebliche Arbeitserleichterung:
Nun müssen Einbrecher- und Drückerkolonnen nicht mehr persönlich auf Objektsuche gehen, das kann weltweit einfach per Computer geschehen. Die Wahl geeigneter Ziele und die Planung des Besuches wird ganz leicht: Grundstückszuschnitt, Zugänge, Einstiegsmöglichkeiten - jederzeit zur Hand.
Und ob jemand als Bewerber oder Kunde in Frage kommt, kann man leicht anhand der Adresse mit passendem Bildchen vom Domizil ermitteln: Schlecht gepflegte Fassade? Billige Autos vor der Tür? Pech gehabt.
Über das Recht auf Privatheit wird auch gar nicht mehr diskutiert.
Wenn ein Geheimdienst diese Bilder machen würde, wäre die Empörung sicher auch bei denjenigen groß, die Streetview oder Google Earth für eine harmlose Spielerei halten.
@ 10: Ob sich dieser Vorgang nicht aufhalten lässt, wird sich zeigen. Selbstbewusste Bürger machen ihre Rechte geltend...
09:40
Natürlich muss bei Projekten wie Google Streetview abgewogen werden. Einerseits sind die Datenschutzbedenken durchaus zu verstehen. Immer wieder ist von Bildern zu hören, die Szenen zeigen, wie z.B. eine Radfahrerin in den Niederlanden, die von einem Feuerwehrwagen angefahren wird o.ä.
Jedoch ist durchaus festzuhalten, dass Google solche Bilder nach Bekanntwerden sehr schnell löscht.
Wir haben es hier mit einem Prozess der Technologisierung zu tun, der sicherlich nicht aufzuhalten ist. Technologie diente schon immer dazu, alltägliche Dinge zu beschleunigen. Nichts anderes tut Streetview. Ich könnte genau so gut nach London fliegen, um mir die Lage eines bestimmten Hauses anzuschauen statt Google zu benutzen. Es dauert nur länger.
Ich würde hier durchaus die Vorteile überwiegen sehen und begrüße die Entscheidung, möglichst viel zu digitalisieren. Das erhöht die Effizienz in allen Lebenslagen.
16:01
Interessant ist die Frage, wie oft man das Kartenmaterial updaten wird
15:23
Das ist doch eine super Sache.
Jeder wird es nutzen und mit Sicherheit auch die, die so ein Theater machen!
11:03
von mir aus können die meinen blanken ***** ablichten, aber Hauptsache man kann sich wieder über irgendwas empören.
10:56
Was soll denn das ganze Theater.
Die Möglichkeit sich andere Städte anzugucken wird genutzt. Also, was solls wenn Herne jetzt auch anzugucken ist.
Jeder der Herne sehen will (will das jemand?) kann auch hierherkommen und Fotos machen.
Da wird auch nicht so ein Brimborium gemacht.
09:52
Jetzt wird schon der Terminus schützen verwand. Als ob ein Angriff bevor stünde. Dieses Theater wird umso lächerlicher, weil Vielerorts Menschen über die Presse angesprochen werden die vom Internet nicht den Hauch einer Ahnung haben. Als nächstes wird es wohl eine Ausgabestelle für Sandsäcke geben, um die Gartenzwerge dieser Spießer zu schützen.
Bringt endlich mal ein neues Thema. Lächerlich.
08:44
typisch für Herne, mal wieder ein RIesen Theater um Dinge machen, die im Grunde keinem weh tun. 18 Länder haben es anscheinend überlebt Teil von Street View zu werden und Herne und die Republik denken als erste ans Klagen ...