Öffnung der Herner Bibliotheken kommt gut an

Sabine Rahe (vorne) und Gabi Schroeder (hinten) haben gut zu tun: Stetig kommen Leser und leihen Bücher aus oder bringen welche zurück.FUNKE Foto Services
Sabine Rahe (vorne) und Gabi Schroeder (hinten) haben gut zu tun: Stetig kommen Leser und leihen Bücher aus oder bringen welche zurück.FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Obwohl die Stadt zwischen den Jahren ihre Dienststellen schließt, sind die Herner Stadtbibliotheken geöffnet. Bei den Lesern kommt das gut an.

Herne/Wanne-Eickel..  Zwischen den Jahren herrscht bei der Stadt Herne aus Kostengründen Blockstillstand, alle Einrichtungen sind geschlossen. Alle Einrichtungen? Nein, die Stadtbibliotheken in Herne und Wanne erweisen sich als wahre Gallier und öffnen ihre Türen - zum dritten Mal jetzt schon.

Krimi-Regal war schon mehrmals voll

Die Leser freuen sich darüber. Sabine Rahe und Gabi Schroeder, die in diesen Tagen die Ausleihe und Rücknahme der Bücher verwalten, haben zwischendurch kaum mal Zeit, die zurückgegebenen Bücher in das nach Themen sortierte Regal hinter ihnen zu packen. „Die Krimiabteilung musste ein Kollege heute schon ein paar mal leer räumen, da passte nichts mehr rein“, lacht Sabine Rahe. Und schon stehen die nächsten Leser da, möchten hauptsächlich Bücher, aber auch Hörbücher und DVDs wieder zurückgeben. „Sie müssten das heute eigentlich gar nicht“, sagt Karin Anlauf, Leiterin der Bibliothek. „Zwischen den Jahren enden keine Rückgabefristen, sondern erst wieder mit Beginn der nächsten Woche.“

In guter Gesellschaft

Sie ist froh, dass Politik und Verwaltung die Öffnung zwischen den Jahren ermöglicht haben. „Wir befinden uns damit in guter Gesellschaft“, sagt sie, „die Bibliotheken in Münster und Köln zum Beispiel öffnen auch.“ Der Bedarf ist jedenfalls vorhanden: Schon um 10 Uhr hätten die ersten Leser vor der (noch geschlossenen) Tür gestanden, erzählt Mitarbeiterin Julia Walta, die in diesen Tagen die Kinder- und Jugendbibliothek betreut. Viele Kinder halten sich dort auf. Alleine oder in Begleitung von Mama oder Papa blättern sie in Büchern, spielen am Computer ober basteln und malen. Ein Leser, der mit seinen beiden Kindern und zwei Nichten in die Bibliothek kommt, erzählt, er selbst sei als Jugendlicher jeden Tag dort gewesen. Jetzt sind seine Kinder Stammleser in Herne-Mitte: „Wir fühlen uns wohl hier“, sagen sie.

Freiwillig gemeldet

Die sechs Mitarbeiter in Herne und die fünf in Wanne-Eickel (auch dort ist geöffnet) haben sich freiwillig zum Dienst zwischen den Jahren gemeldet. „Mir macht das nichts aus“, sagt Julia Walta. „Ich komme hierher und habe es nicht weit. Und im nächsten Jahr sind dann andere Kollegen an der Reihe.“ Auch für Gabi Schroeder und Sabine Rahe sind es (fast) ganz normale Arbeitstage, denn die Öffnungszeiten sind in Herne um eine Stunde und in Wanne um zwei Stunden verkürzt. Aber sonst? „Alles wie immer“, sagen die beiden.

Knapp 300 Besucher in fünf Stunden

Und obwohl sicher auch viele Leser im Urlaub sind - die Besucherzahlen können sich mit einem durchschnittlichen Oktobertag locker messen, hat Karin Anlauf mit Hilfe ihrer Statistik schnell ausgerechnet. 54 Leser kamen im Schnitt pro Stunde im Oktober in die Bücherei - besondere Aktionen außer Acht gelassen. Gestern waren es innerhalb von fünf Stunden allein in Herne-Mitte knapp 300. Was nach Ansicht von Karin Anlauf deutlich für die Öffnung zwischen den Jahren spricht.

Die Stadtbibliothek in Herne-Mitte im Kulturzentrum am Willi-Pohlmann-Platz 1 ist heute (30.) von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am Freitag, 2. Januar, von 10 bis 17 Uhr und am Samstag, 3. Januar, von 10 bis 13 Uhr.


Ab 1. Januar müssen Leser eine einmalige Gebühr von 15 Euro entrichten, bisher waren es zwölf Euro. Beschwerden habe sie darüber noch nicht gehört, so Karin Anlauf.