Nur zwölf Herner Schulen antworten dem Integrationsrat

Nach Sprachförderung für Migrantenkinder fragte der Integrationsrat. Wo  Angebote fehlen, ging aus den Antworten nicht hervor.
Nach Sprachförderung für Migrantenkinder fragte der Integrationsrat. Wo Angebote fehlen, ging aus den Antworten nicht hervor.
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Was wir bereits wissen
Vor über einem Jahr hatte der Integrationsrat nach Förderangeboten und muttersprachlichem Unterricht gefragt. Von 45 Schulen antworteten nur zwölf.

Herne..  Als „sehr enttäuschend“ bezeichnete jetzt Nurten Öczelik die Beantwortung zweier Anfragen, die sie als Mitglied des Integrationsrates schon vor über einem Jahr gestellt hatte. Angesichts der Tatsache, dass in Herne fast jedes zweite Kind einen Migrationshintergrund hat, hatte die Politiker nach Förderangeboten und muttersprachlichem Unterricht gefragt. Von 45 Schulen, die die Verwaltung angeschrieben hat, hatten nur zwölf geantwortet, wie Schuldezernentin Gudrun Thierhoff jetzt dem Integrationsrat mitteilte. Die wenigen Antworten böten „keine Anhaltspunkte“, kritisierte Özcelik.

Geantwortet hatten vier Grundschulen, zwei Förderschulen, eine Hauptschule, drei Gesamtschulen, eine Realschule und ein Gymnasium. Acht dieser Schulen bieten Sprachförderung an, vom Förderunterricht in geteilten Klassen und Kleingruppen über Arbeitsgemeinschaften bis zu außerschulischen Angeboten, z.B. in der Schülerbücherei. Hierfür hat das Land den Schulen zusätzliche Stundenkontingente („Integrationsstellen“) zur Verfügung gestellt, deren Aufstockung sich die Schulen wünschen. Aber auch der Wunsch nach Ferienlernangeboten und persönlichen Betreuern wurde genannt.

Die zweite Anfrage bezog sich auf „muttersprachlichen Unterricht“. Sechs Schulen gaben an, ihn anzubieten. Vier Schulen unterrichten Muttersprachler in Türkisch, eine Schule in Russisch und eine Schule in Türkisch und Arabisch.

Der Unterricht wird als freiwillige AG angeboten. An einer Gesamtschule gibt es Türkisch in den Klassen 5 bis 10 als freiwilliges Angebot und in Klasse 6 als Wahlpflichtunterricht, wenn genügend Anmeldungen vorhanden sind. In der Sekundarstufe II bietet diese Gesamtschule Türkisch als weitergehende Fremdsprache an.