Nico Kowalewski kocht am besten

Nico Kowalewski an seinem Arbeitsplatz in der Küche des Park-Restaurants in Herne. Er wurde als bester Koch-Auszubildender im Kammerbezirk Bochum-Herne ausgezeichnet.
Nico Kowalewski an seinem Arbeitsplatz in der Küche des Park-Restaurants in Herne. Er wurde als bester Koch-Auszubildender im Kammerbezirk Bochum-Herne ausgezeichnet.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
19-Jähriger holte bei einem Kochwettbewerb unter60 Teilnehmern den ersten Platz. Seine Lehrmeister vom Parkrestaurant sind mächtig stolz.

Herne..  Nico Kowalewski ist ein entspannter Mensch und so manche junge Frau dürfte ihn wohl „cool“ finden. Zum Anbeißen ist auch das, was er auf der Pfanne hat, oder besser: in der Pfanne. Und so zauberte er vergangene Woche mal eben ein Menü auf die Tische von 40 Testern, das einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Hungrige Gourmets sollten an dieser Stelle nicht weiterlesen, es gab u.a.: Variation von der Dorade auf Kressesauce, geschmorte Hasenkeule in Preiselbeersauce und Buttermilchtörtchen mit Birnenchutney. Alles erste Sahne, befand die Jury, und verpasste dem 19-Jährigen den ersten Platz unter 60 Köchen im dritten Lehrjahr. Küchenchef Johannes Große (53) und Küchenmeister Josef Kachel (47) vom Herner Parkrestaurant sind mächtig stolz auf ihren Nachwuchs und sehen ein „großes Potenzial“ (Kachel) in ihrem jungen Starkoch.

Völlig gelassen sei Nico ans Werk gegangen, berichtet Kachel. Das sei fast genauso wichtig wie gutes Kochen. Perfektes Timing gehört dazu, Organisationstalent. Immerhin musste ein Drei-Gänge-Menü für 40 Gäste gebrutzelt werden, dazu gehört schon eine große Prise an Professionalität Als bester Koch-Azubi im hiesigen IHK-Bezirk braucht er nach der Auszeichnung im Alice-Salomon-Berufskolleg in Bochum keine Angst mehr vor seiner Gesellenprüfung im Sommer zu haben. „Das war eine hervorragende Übung“, weiß sein Küchenmeister.

Nico Kowalewski wollte schon immer Koch werden. Bei ihm zirkuliert quasi Soße in den Adern. Ein Praktikum absolviert so einer wie er natürlich nicht beim Schnitzelwirt gegenüber, sondern in Shanghai. „Mein Onkel ist dorthin ausgewandert, der ist ebenfalls Koch“, erklärt Kowalewski, wie dieses Kunststück auf seiner Karriereleiter zustande kam.

Am Wettbewerbsabend gab es Zutaten gestellt, aus denen der Koch-nachwuchs das Beste – vor allem aber das Leckerste – kreieren musste. Kowalewski brachte zwar jede Menge Wissen von seinen Lehrmeistern im Parkrestaurant mit, baute aber auch eine persönliche Note mit in die Gerichte ein. „Er hat hier oft nach Feierabend in der Küche gestanden und Kreationen ausprobiert“, lobt Kachel.

Wie geht es jetzt weiter? Auf jeden Fall ambitioniert. Westfalenmeisterschaften sind die nächste Hürde, und, wer weiß, vielleicht auch die Landes- und Bundesmeisterschaften. Um einen Arbeitsplatz braucht sich der 19-Jährige nicht die geringsten Sorgen zu machen. Bereits am Abend des Wettbewerbs bekam er die ersten Angebote von Spitzenrestaurants im Ruhrgebiet. Zunächst bleibt er aber in Herne unter Vertrag. Das ist wie beim Fußball: Wer gut ist, verdient auch gut. Am Ende will Kowalewski aber Hotel-Manager werden. Wenn dieses Ziel erreicht ist, das weiß er: „Dann muss ich nicht mehr kochen, kann aber immer lecker essen.“