Nicht einfach davonfahren
11.07.2011 | 17:17 Uhr 2011-07-11T17:17:00+0200
„Das ist beileibe kein Kavaliersdelikt“, sagt die Bochumer Polizeipräsidentin Diana Ewert über die Unfallflucht.
„Das widerspricht jedem Gerechtigkeitsgefühl.“ Sie habe sogar das Gefühl, „dass das langsam aber sicher ein Volkssport“ geworden sei. Die Polizeipräsidentin war jetzt persönlich an einer Aufklärungsaktion der Polizei im Bochumer Ruhrpark beteiligt. Motto: „Unfallflucht - Nein Danke! Dazu stehe ich!“ Die Passanten wurden von Beamten mit Handzetteln und persönlichen Gesprächen dafür sensibilisiert, sofort die Polizei ( 110) zu rufen, wenn sie eine Fahrerflucht gesehen haben.
Die Anzahl dieser Straftaten ist zuletzt kontinuierlich angestiegen, sagt der 1. Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Christoph, Leiter des Verkehrskommissariats 1. Im Bochumer Polizeibezirk, zu dem auch Herne und Witten gehören, hatte die Polizei im vorigen Jahr 20 784 Verkehrsunfälle notiert, davon 4436 mit Unfallflucht. „Überall, wo Einkaufszentren sind, haben wir statistisch viele Unfallfluchten“, sagt Christoph. „Der Tatzeuge ist für uns das Allerwichtigste.“
Der Polizeibeamte weist darauf hin, dass nach einem Unfall ein Zettel an der Windschutzscheibe auf keinen Fall ausreicht; er könnte schließlich ja falsche Angaben enthalten. Die Polizei: „Ist kein anderer Beteiligter anwesend, ist eine angemessene Zeit zu warten. Erscheint niemand an der Unfallstelle, sind Sie verpflichtet, unverzüglich den Geschädigten oder die Polizei zu informieren.“ Oft würden kleine Kratzer als Bagatelle abgetan. Aber schon ab einem Schaden ab 50 Euro - und der ist ganz schnell erreicht - macht man sich strafbar, wenn man einfach wegfährt, ohne sich zu kümmern.
Die Polizei Bochum hat im Vorjahr fast 43 Prozent aller Unfallfluchten aufgeklärt.
15:36
Vielleicht ist die Anzahl gestiegen weil sich die Kreativgruppe Bürgerabzocke bei der Polizei etwas Neues hat einfallen lassen.Falls sich der Verursacher des Bagatellschadens trotz langen Wartens und anderer Versuche den Geschädigten zu finden an die Polizei wendet wird er sofort zu einer Spende in Höhe von 30 € verknackt.Also immer schön bei der Polizei melden ,die Spendekasse wartet.Auf Nachfrage ob das nicht kontraproduktiv wäre meinte der Polizist ,sieht er auch so, käme aber von der neuen Führung in Bochum.
13:20
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