Neunter SommerLeseClub sucht in Herne wieder Bücherfans

Nils (9) und seine Schwester Nele (11) in der Kinder- und Jugendbibliothek.
Nils (9) und seine Schwester Nele (11) in der Kinder- und Jugendbibliothek.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Was wir bereits wissen
Seit gestern können Leseratten ab der 4. Klasse in der Stadtbibliothek mit einem Clubausweis dieSLC-Bücher ausleihen.

Herne..  Während die Pressekonferenz noch läuft, wird im „Club“ schon gestöbert. Erfahrene Leseratten wissen: Wenn der SommerLeseClub (SLC) der Stadtbibliothek startet, ist die Auswahl noch am größten. Gestern war es zum neunten Mal soweit. Unter dem Motto „Läuft bei dir“ ermuntert die Kinder- und Jugendbibliothek wieder Jungen und Mädchen ab den fünften Klassen und erstmals auch Viertklässler, sich mit mindestens drei Büchern einzudecken.Wer in einem kurzen Gespräch später glaubhaft nachweisen kann, dass er diese auch gelesen hat, wird zur Abschlussveranstaltung am 16. September eingeladen und hat zudem die Chance, einen Preis zu gewinnen.

Den Clubausweis gibt es sofort

Und so geht’s: Überall in der Bücherei liegen Anmeldetickets aus. Sind sie ausgefüllt, wird gleich der Clubausweis ausgesellt. Mitglied der Stadtbücherei müssen die Schüler dazu nicht sein. Aus den gut 1000 Büchern mit dem SLC-Logo von 2015 suchen sie sich ihre Favoriten aus. Drei müssen es mindestens sein. Wer fünf Bücher gelesen hat, kommt auf die VIP-Liste und darf einen Freund zur Abschlussparty mitbringen. 500 Kinder und Jugendliche haben sich jetzt schon angemeldet. „Das sind ungewöhnlich viele für diesen Zeitpunkt“, freut sich die Leiterin der Stadtbibliothek, Karin Anlauf. Im letzten Jahr waren über den gesamten Zeitraum 510 Ausweise ausgestellt worden, 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren erfolgreich, was Herne einen fünften Platz unter 141 Bibliotheken bescherte.

Unterstützt wird die diesjährige Aktion vom Herner Eishockeyverein (HEV) und von der Wohnungsgenossenschaft Herne-Süd. Sie ermöglichen die Abschlussveranstaltung und stiften die Preise: eine Playstation 4 und Eis für alle Teilnehmer. Die Klasse mit den meisten LeseClub-Mitgliedern wird außerdem zu einem HEV-Spiel eingeladen. Erstmals gibt es auch einen Wanderpokal für die Klasse mit den meisten Leseratten.

Die Projektleitung hat wieder Julia Walta. „Wir achten bei den Neuanschaffungen darauf, was die Kinder lesen möchten“, sagt sie. Angesagt seien bei Mädchen etwa die „Violetta“-Bücher und bei Jungen „Star Wars“ oder Dinosaurier-Geschichten. Ansonsten solle das Angebot anspruchsvolle Bücher wie leicht zu lesende beinhalten. 5000 Euro kann die Bibliothek jedes Jahr für die SommerLeseClub-Schmöker ausgeben. Reichen auch diese nicht, werden schon mal Bücher aus den letzten Jahren eingereiht.

Dass sich nach dem Sommer auch Kinder einen Bibliotheksausweis holen, die vorher keinen hatten, hofft Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff, selbst eine erklärte Leseratte, die der Leseförderung einen hohen Stellenwert beimisst. Sie hofft darauf, dass die SommerLeseClub-Mitglieder feststellen: Lesen macht Spaß. „Dann lesen sie vielleicht auch ohne den Anreiz einer Playstation weiter.“