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Neuer IHK-Regionalbüro-Leiter sieht Chancen für Herne

28.03.2015 | 10:00 Uhr
Neuer IHK-Regionalbüro-Leiter sieht Chancen für Herne
Raphael Jonas leitet seit 1. März das Herner IHK-Regionalbüro.Foto: Olaf Ziegler

Herne.   Raphael Jonas leitet seit wenigen Wochen das Regionalbüro der IHK Mittleres Ruhrgebiet. Er sieht speziell bei der Gesundheitswirtschaft Potenzial.

Das Herner Regionalbüro der IHK Mittleres Ruhrgebiet hat seit wenigen Wochen einen neuen Chef. Raphael Jonas leitet nun die Geschäfte. Im Gespräch mit WAZ-Redakteur Tobias Bolsmann erläutert er, wo er in Herne Chancen und Probleme sieht.

Sie sind erst seit wenigen Tagen in ihrer neuen Funktion. Haben Sie sich im IHK-Büro schon eingelebt?

Jonas: Das musste ich gar nicht. Als die Regionalbüros, die es ja auch in Witten und Hattingen gibt, geplant wurden, habe ich deren Struktur mitkonzipiert. Im Grunde war ich deshalb die logische Wahl. Und Herne ist alles andere als ein weißes Blatt für mich. Sonst hätte ich diese Position auch nicht übernommen.

Um im Bild zu bleiben: Wie viel steht denn schon auf dem Blatt?

Eine Menge. Bei der Vorbereitung der Regionalbüros habe ich selbstverständlich Kontakte nach Herne aufgenommen. Ich habe ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zur IHK-Vizepräsidentin Elisabeth Röttsches, die in Herne ja auch bestens vernetzt ist. Außerdem habe ich über meine Mitgliedschaft bei den Rotariern natürlich schon einige Unternehmer aus Herne kennengelernt.

Dann müssten Sie ja bereits eines der Herner Probleme kennengelernt haben. Stichwort Fachkräftemangel . . .

Das stimmt, auf dieses Stichwort bin ich bei meinen ersten Gesprächen immer wieder gestoßen. Ich habe das Gefühl, dass Fachkräfte sich scheuen, nach Herne zu kommen.

Was ist aus Ihrer Sicht der Grund?

Herne leidet unter einem schlechten Image. Wobei ich dieses schlechte Image nicht nachvollziehen kann. Um beim Fachkräftemangel gegenzusteuern, könnte man über eine Art Mittelstandsinitiative nachdenken. Man muss einfach bedenken, dass viele Unternehmen nicht allein in der Lage sind, sich bei wichtigen Personalmessen zu präsentieren und dort potenzielle Mitarbeiter zu begeistern. Wenn mehrere Unternehmen kooperieren würden, könnte man einiges mehr erreichen. Und für so eine Initiative wäre das IHK-Regionalbüro der richtige Ansprechpartner. Das gilt im Übrigen auch für den Algenforscher Professor Thomas Happe, der mit seinem Institut ja nach Herne kommen will. Da stellt sich für die IHK die Frage, welche Unterstützung sie leisten kann.

Bei Ihrem Amtsantritt hatten Sie auch die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt als eine der dringendsten Herausforderungen genannt. Wie beurteilen Sie die Situation?

Ich bin froh, dass die Stadt Herne das Hertie-Haus gekauft hat und damit die Lösung des Problems in die eigene Hand genommen hat. Auf der anderen Seite ist es schade, dass das „Nils“ schließen wird. Wenn man Herne stärker als Studentenstadt positionieren möchte, muss man sich auch die Frage stellen, wo die Studenten denn abends hin gehen sollen, wenn eine Gaststätte wie das „Nils“ nicht mehr da ist. Um Studenten nach Herne zu holen, wäre ein ganzheitliches Konzept hilfreich. Man müsste ein studentisches Ballungszentrum schaffen. Allerdings weiß ich, dass für viele Dinge das Geld fehlt.

Bei allen Problemen: Wo sehen Sie denn Chancen in und für Herne?

Ich bin zurzeit „Federführer Gesundheitswirtschaft“ für die 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. Ich glaube, dass die Gesundheitswirtschaft Potenzial besitzt, zumal sie in Herne ja jetzt schon eine wichtige Rolle spielt. Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die in dieser Branche aktiv sind. Außerdem ist die Gesundheitswirtschaft für Ingrid Fischbach als Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium und Frank Dudda als Geschäftsführer des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten ein zentrales Thema. Ich hoffe, dass ich mich bei diesem Thema einbringen kann.

Wie könnte das aussehen?

Ich würde gerne Unternehmen der Branche besuchen und Fachveranstaltungen nach Herne holen. So könnte man Herne ins Bewusstsein bringen und potenzielle Investoren auf die Stadt aufmerksam machen. Herne hat auch da Chancen.

Tobias Bolsmann

Kommentare
28.03.2015
23:44
Neuer IHK-Regionalbüro-Leiter sieht Chancen für Herne
von Festplatte | #2

Was Sie allerdings, lieber Herr Bolsmann, unter den Teppich kehren sollten, ist die Insinuierung, nicht die Frage, nach dem Fachkräftemangel. Aber...
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2015-03-28 10:00
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