Neuer IHK-Chef Eric Weik lobt Herne und die Region

Antritsbesuch in der Herner WAZ-Redaktion: der künftige von IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik.
Antritsbesuch in der Herner WAZ-Redaktion: der künftige von IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik.
Foto: Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Eric Weik tritt seinen Dienst als Chef der IHK Mittleres Ruhrgebiet im November an. Nach seiner Bestellung besuchte er die WAZ Herne zum Interview.

Eric Weik führt ab November die Geschäfte der IHK Mittleres Ruhrgebiet, die Vollversammlung bestellte den 44-Jährigen Mittwoch zum Hauptgeschäftsführer. Beim Besuch in der Herner WAZ-Redaktion erläuterte er seine Motivation, diese Aufgabe zu übernehmen.

Sie haben ja bereits in verschiedenen Funktionen gearbeitet und sind noch Bürgermeister in Wermelskirchen. Was reizt Sie am Wechsel zur IHK?

Weik: Ich bin jetzt seit elf Jahren Bürgermeister. Wenn ich noch etwas anderes machen will, dann jetzt. Industrie- und Handelskammern kenne ich, weil ich in Köln als Geschäftsführer eines Unternehmens selbst IHK-Mitglied war. Wir waren der erste Ausbildungsbetrieb für Gesundheitskaufleute, und ich bin bis heute ehrenamtlicher Prüfer (bei der IHK Köln). Außerdem habe ich mich bei den Wirtschaftsjunioren engagiert.

Aber bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet erwartet Sie keine leichte Aufgabe. Die IHK hat finanzielle Probleme und musste Personal abbauen. . .

Wenn das Stellenprofil gelautet hätte, dass alles bestens läuft und ich nur den bisherigen Zustand verwalten sollte, hätte ich die Aufgabe nicht übernommen. Die IHK braucht jemanden, der die Unternehmen versteht, aber auch eine IHK fit machen kann. Der IHK ist das passiert, was Städten teilweise auch passiert ist: Durch das Wegbrechen der Gewerbesteuer sind die Einnahmen gesunken. Darauf hat die IHK mit einer Umorganisation reagiert. Klar ist: Wir dürfen nicht mehr Geld ausgeben als wir einnehmen. Das heißt, wir müssen die Ausgaben reduzieren und die Einnahmen erhöhen, zum Beispiel durch Dienstleistungen.

Wie wollen Sie die IHK im Verhältnis zu den Unternehmen, aber auch den Städten ausrichten?

Die IHK muss ein Dienstleister für die Unternehmen sein, und das muss auch Spaß machen. Die IHK bietet so unglaublich viele wertvolle Dienstleistungen und Fortbildungsmöglichkeiten. Außerdem wollen wir Berater für die Kommunen im Bezirk sein. Deshalb ist die Präsenz vor Ort durch die IHK-Regionalbüros sehr wichtig. Zumal die Mitarbeiter ein besseres Gefühl für die Stadt bekommen, weil sie vor Ort sind. Ich möchte die Regionalbüros auf jeden Fall behalten. Davon abgesehen kenne ich keine Organisation, die so viel unternehmerischen Sachverstand besitzt wie die IHK. Wir haben eine enorme Kraft an Wissen. Das ist viel wert.

Die Position als Hauptgeschäftsführer führt Sie beruflich erstmals ins Ruhrgebiet. Kannten Sie die Region vorher?

Nein, aber ich habe sie im Vorfeld intensiv bereist. Und alles, was ich kennen gelernt habe, hat mich begeistert. Ich sehe im Kammerbezirk so viel Internationalität, Kultur und viele andere Angebote. Hier steckt so viel Leben drin, es gibt so viele Menschen, die eine Menge Kraft haben. Das finde ich total super. Auch wenn ich weiß, dass das Einheimische leider nicht unbedingt so sehen.

Wie ist Ihre Sicht auf Herne?

Ich kannte den Namen Wanne-Eickel, weil er einfach bekannt ist, und auch die Cranger Kirmes sagt mir etwas, weil wir in Wermelskirchen Schausteller haben, die auch auf Crange sind. Der erste Eindruck von Herne war das City-Center und dessen leer stehende erste Etage.

Dann bin ich über die Bahnhofstraße gelaufen, die sehr schön ist. Bis ich am leer stehenden Kaufhaus mit dieser unansehnlichen Fassade angekommen bin. Das tut der Innenstadt richtig weh. In Wermelskirchen gab es mal ein ähnliches Problem. Ich finde es eine mutige, aber sehr gute Entscheidung, dass die Stadt das Gebäude gekauft hat, um das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen.

Auch wenn Sie viel Kraft in der Region registrieren, Sie stoßen hier auch auf einige Probleme. In Bochum zum Beispiel auf das Opel-Erbe. Es gibt Befürchtungen, dass Bochum mit dem riesigen Areal andere Städte bei Neuansiedlungen aussticht.

Es gibt die Wunde in der Stadt, die Bochum aber tatsächlich einen Vorteil verschafft. Doch die IHK vertritt alle Städte und versucht dafür zu sorgen, dass alle Städte zum Zuge kommen. Das Wichtigste bei Neuansiedlungen sind die Arbeitsplätze, die geschaffen werden. Wir müssen Arbeitsplätze in den Kammerbezirk bekommen.

Neben Arbeitsplätzen sind Ausbildungsplätze eins der großen Probleme, gerade auch in Herne. . .

. . .in der Region um Wermelskirchen werden Auszubildende gesucht. Das zeigt: Die Jugendlichen müssen mobiler und flexibler bei ihren Wünschen werden. Unseren Mitgliedern müssen wir klar machen, was für ein großer Gewinn es für einen Unternehmen ist, wenn es ausbildet. Ich habe da selbst beste Erfahrungen gemacht.