Neuer Grünzug in Herne stößt nicht nur auf Zustimmung

Auch nach der Fällung von 183 Bäumen noch ein Grünzug: der Gürtel am  Hölkeskampring.Die offizielle Einweihung findet am 15. Juni statt.
Auch nach der Fällung von 183 Bäumen noch ein Grünzug: der Gürtel am Hölkeskampring.Die offizielle Einweihung findet am 15. Juni statt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zwei Wochen vor der Eröffnung des Grünzugs Hölkeskampring besichtigte die SPD mit Bürgern und Verwaltungsvertretern den umgestalteten Bereich.

Herne.. Wahlkampf? Ein Angebot für den Bürger? Stadtumbau? Ein bisschen von allem: Genau zwei Wochen vor der offiziellen Eröffnung des umgestalteten Grünzugs Hölkeskampring am 15. Juni hat sich die SPD am Montagnachmittag mit OB-Kandidat Frank Dudda an der Spitze sowie unter Begleitung von hochrangigen Vertretern aus der Verwaltung und einigen Anwohnern den (fast) umgestalteten Gürtel angeschaut. Einige Schlaglichter.

Der Stadtumbau

Gut eine Million Euro für die Umgestaltung eines Grünzugs? Viel zu teuer, hatten einige Bürger zum Start der übers Stadtumbauprogramm finanzierten Maßnahme geschimpft. Frank Dudda brach bei der Begehung eine Lanze für dieses Projekt. Hier sei ein ideales Stadtquartier geschaffen worden, das alle Interessen „unter großstädtischen Bedingungen unter einen Hut bringt“. Die Verwaltung habe gute Arbeit geleistet, so Dudda. Und nicht zu vergessen: Es habe ja eine 80-prozentige Förderung gegeben.

Die Bäume

123 Bäume seien im ersten Schritt gefällt worden, 60 weitere dem Pfingststurm „Ela“ zum Opfer gefallen, berichtete Stadtgrün-Chef Heinz-Jürgen Kuhl. Das von der Verwaltung vor dem Start der Umgestaltung sehr detailliert vorgestellte Baumkonzept war bisher weder bei der Bürgerschaft noch beim BUND auf breite Kritik gestoßen — im Gegenteil. Bei der SPD-Begehung ließ ein einzelner Anwohner des Hölkeskamprings jedoch kein gutes Haar an den Fällungen.

Lärm- und Sichtschutz sei ihnen genommen worden, klagte er. In einem Fall konnte der 79-Jährige, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, einen kleinen Teilerfolg erzielen: Auf seine Intervention hat Stadtgrün einen so genannten Zwiesel, einen Baum mit einer Gabelung aus zwei Trieben, vor den Hochhäusern stehen lassen.

Die Spielplätze

Noch durch Bauzäune gesperrt sind die drei neuen Spielplätze im Grüngürtel. Breite Zustimmung gab es beim SPD-Termin für diese neuen Anlagen, die für unterschiedliche Altersgruppen angelegt worden sind (wir berichteten). Positive Reaktionen lösten auch die eher auf die ältere Generation zugeschnittenen Trimm-Geräte aus. Diese sind vor allem in Höhe des Marien Hospitals zu finden – ein Angebot auch für Patienten.

Die Parkplätze

Apropos Marien Hospital: Die Diskussion über den Bau eines Parkhauses sei „längst nicht abgeschlossen“, so SPD-Fraktions-Chef Dudda. Wie berichtet, hatte die Klinik von der geplanten Errichtung eines solchen Parkhauses zunächst Abstand genommen. Am EvK habe es nach dem Bau eines Parkhauses eine deutliche Entspannung gegeben, so Dudda. Die Politik werde das Thema erneut aufgreifen.

Die Querung

Nicht unumstritten ist auch die neue Querung am Hölkeskampring. „Das ist völlig überflüssig“, sagte Bürger Peter Windhäuser unter Verweis auf die Ampelanlage in rund 40 Metern Entfernung.Vor wenigen Tagen habe ein Autofahrer die Insel „rasiert“ und sich dabei die Ölwanne aufgerissen. Die Querung werde den Verkehrsfluss auf der stark befahrenen Straße einschränken, so seine Prognose. Stadtplanungs-Chef Achim Wixforth verteidigte die Baumaßnahme.