Neue Perspektiven für Müll-Bunker neben Mollys Pinte

Klaus Molitor, Wirt von Mollys Pinte, ärgert sich über Dreck am benachbarten Bunker.
Klaus Molitor, Wirt von Mollys Pinte, ärgert sich über Dreck am benachbarten Bunker.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine Schmuddelecke verunstaltet die Hülshoffstraße. Der Hochbunker wurde an Investor verkauft. Die Stadt hofft auf eine positive Entwicklung.

Herne.. Der glorreiche Stan Libuda grüßt auf Fotos von der Theke herab. Der Fußballer, an dem niemand vorbei kam außer Gott. Ein blau-weißer Fußballhimmel drinnen, Zustände wie in Hinterhöfen Kalkuttas draußen. Das stinkt dem Wirt von Mollys Pinte und seinen Gästen. Nahezu verzweifelt appelliert er an die Zuständigen, bitte etwas zu ändern an seinem Nachbargebäude in Wanne. Ein Problemhaus sozusagen, das ein ganz besonders schwerwiegendes Problem hat: Es ist ein Weltkriegsbunker. Das Ergebnis einer Anfrage der WAZ bei der Stadtverwaltung lässt jetzt ein Fünkchen Hoffnung aufkommen: Die Besitzverhältnisse hätten sich verändert, ein neuer Eigentümer sei gefunden worden, verkündet Stadtsprecher Christoph Hüsken.

Bürgersteig abgesperrt

Der Bürgersteig neben Mollis Pinte ist abgesperrt und wird als Mülldeponie missbraucht. Abfälle werden einfach über die rot-weiße Umzäunung geworfen, die aufgestellt wurde, weil es am Dachsims des Bunkers bröckelt und Passanten getroffen werden könnten. Kein schöner Anblick. Auch neben der Absperrung sieht es nicht viel besser aus, Gastwirt Klaus Molitor schimpft: „Wir laufen hier durch Taubenkacke.“ Die Tiere brüten in alten Luftlöchern des Bunkers, die nur teilweise vergittert sind und somit hervorragende Nisthöhlen für die „Ratten der Lüfte“ darstellen,wie sie Molitor bezeichnet.

Der 64-Jährige hat sogar selbst Hand angelegt und die Durchfahrt des Gebäudes zum Hinterhof auf eigene Kosten lackieren lassen, investierte in Blumenkästen, damit es dort erträglicher aussieht. Schlechtes Wetter könnte dort aber schon bald wieder alles zunichte machen: „Wenn es stark regnet, läuft das Wasser des Bunkers in den Hinterhof, die Regenrohre reichen bei weitem nicht aus.“ Jetzt will Molitor nicht mehr weitermachen. „Ich wollte das Haus eigentlich neu anstreichen lassen. Aber solange sich am Bunker nichts tut, werde ich das sein lassen.“

Seit Jahren warteten die Anwohner der Hülshoffstraße darauf, dass hier endlich etwas passiere, das jemand Gitter anbringe, eine bessere Entwässerung installiere und die Fassade des Bunkers so herrichte, dass die Absperrung endlich wieder weg könne. Nach einer Ortsbesichtigung mit der CDU Ende vergangenen Jahres habe die Stadt versprochen, dort aktiv zu werden. „Doch es tut sich nichts“, kritisiert der Kneipier. Stadtsprecher Hüsken macht jedoch klar, dass der Stadt in punkto Baumaßnahmen die Hände gebunden seien, sie sei schließlich nicht die Eigentümerin des Objekts. Sie habe nur die Umzäunung aufstellen können, wegen der drohenden Gefahr. Jetzt jedoch, nach dem Besitzerwechsel, „sind wir zuversichtlich, dass sich eine positive Entwicklung ergeben wird“, erklärt Hüsken.

Zu Spielen ihrer Königsblauen treffen sich Fans vor dem Großbildfernseher. 80 Mitglieder hat der Fanclub „Schalker Freudentaumel“. Vor Freude taumeln würde auch der Wirt, wenn am Bunker nebenan endlich etwas passieren würde. Und Stan Libuda auf dem Foto an der Theke? Er strahlt Optimismus aus.