Netzwerk will mehr Bürger zum Sport motivieren

Das SSB-Netzwerk Gesundheit mit v.li. Marcus Petzokat (Apotheker), Ina Losch-Schroeder (SSB), Dr. Wolfgang Schrader (Arzt für Kinderheilkunde), Marc Funk (IT-Spezialist), Timo Rutkowski (DSC Wanne Eickel), Bernd Westemeyer (SSB), Volker Gößling (DSC und Schule) und Gerd Misterek (Verein Let`s go Wanne).
Das SSB-Netzwerk Gesundheit mit v.li. Marcus Petzokat (Apotheker), Ina Losch-Schroeder (SSB), Dr. Wolfgang Schrader (Arzt für Kinderheilkunde), Marc Funk (IT-Spezialist), Timo Rutkowski (DSC Wanne Eickel), Bernd Westemeyer (SSB), Volker Gößling (DSC und Schule) und Gerd Misterek (Verein Let`s go Wanne).
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Stadtsportbund arbeitet mit Ärzten und Apothekern zusammen. Sie wollen Patienten und Kunden über Sport-Angebote informieren.

Herne.. Es ist hierzulande nicht so krass wie in Mexiko, wo bereits 70 Prozent aller Menschen übergewichtig sind: Zuviel Naschwerk und Coca-Cola, zu wenig Bewegung. Aber auch in Herne lasse sich ein Trend zur Fettleibigkeit erkennen, besonders bei Jungen und Mädchen. „Es fällt bei uns ja kein Kind mehr durch den Gullydeckel“, beschreibt Kinderarzt Dr. Wolfgang Schrader ein wachsendes Problem. Der Mediziner und seine Kollegen, Apotheker und der Stadtsportbund sitzen jetzt in einem Boot was Gesundheitsvorsorge anbetrifft, und das nicht nur bei Kindern.

Das frisch gegründete „SSB-Netzwerk Gesundheit“ soll helfen, wieder mehr Menschen für die Sportvereine in der Stadt zu begeistern. Derweil die Mitgliederzahlen in den hiesigen Clubs kontinuierlich zurückgehen, sorgen sich Stadtsportbund sowie zehn Herner Kinderärzte und Apotheker um die Fitness von Kindern und Jugendlichen, aber auch von älteren Menschen, die beispielsweise in der Apotheke Medikamente gegen Bluthochdruck und Herz-Kreislaufprobleme abholen. „Bei dieser Gelegenheit geben wir nicht nur die vom Arzt verordnete Medikation, sondern auch den Tipp, dass Bewegung mindestens genauso gut tut“, erklärte der Apotheker Markus Petzokat bei der Vorstellung des Netzwerks am Montagabend in der Geschäftsstelle des Stadtsportbundes.

Sport muss Spaß machen

Ärzte und Apotheker haben durch das Gesundheitsnetzwerk jetzt die Möglichkeit, gezielter auf Sportangebote hinzuweisen. Auch darauf, was von den Krankenkassen gefördert wird. „Wenn Mütter mit ihren übergewichtigen Kindern zur Vorsorgeuntersuchung kommen, die zudem noch motorische Probleme haben, können wir ganz konkret Vereine in der Nähe des Wohnorts herauspicken und eine Sportart anbieten, die für das Kind interessant ist“, machte Schrader deutlich.

Er kenne die Kinder, wisse deshalb auch, was für sie in Frage komme. Es müsse ja nicht immer der Fußballverein sein, zumal für manche Kinder Mannschaftssportarten nicht in Frage kämen. Ob Tischtennis oder Schwimmen, es muss Spaß machen.“

Wichtig sei es auch zu wissen, welcher Verein, besonders Breitensport orientiert sei, fügte SSB-Bildungsreferent Volker Gößling hinzu. Der SSB wolle hier als Vermittler auftreten, erläuterte dessen stellvertretender Vorsitzender Bernd Westemeyer. Es gehe vor allem darum, neue Kreise für den Sport zu gewinnen. Wie es bildungsferne Haushalte in Herne gebe, wachse auch die Zahl der sportfernen Familien. Deshalb sollten die Angebote möglichst niederschwellig sein, aber auch ganzheitlich und nachhaltig, zum Beispiel über das Eltern-Kind-Turnen, wo man gleich Jung und Alt an den Gesundheitssport heranführe.

Schuld an zunehmender Fettleibigkeit bei Jugendlichen sei aber nicht nur ungesunde und einseitige Ernährung, sondern auch der übermäßige Konsum an Fernseher, Spielkonsole und Smartphone: „Die Beweglichkeit des Daumengelenks hat deutlich zugenommen“, stellte Wolfgang Schrader fest.